Montag, 23. Juli 2012

Patronus Europae



An den Heiligen Benedikt, den Schutzpatron Europas, wurde  auf diesem Blog bereits mehrfach erinnert, zuletzt anlässlich der Mitte Mai dieses Jahres, also etwa zeitgleich mit dem Katholikentag, erfolgten Eröffnung der Mannheimer Benedikt-Ausstellung, die bis zum Januar 2013 läuft.

In einem Flyer zu dieser Ausstellung findet sich der folgende irrwitzige Satz:
  
Einen neuen Aufbruch wagen!  -  Unter diesem Leitwort setzt der 98. Deutsche Katholikentag in Mannheim ein Zeichen, um Benedikts Vorbild zu folgen.
Gut.  Werfen wir einen Blick in das fünfte Kapitel der Regula Benedicti *.
Der erste Schritt zur Demut ist Gehorsam ohne Zögern.  Er ist die Haltung derer, denen die Liebe zu Christus über alles geht.  ...
So drängt sie die Liebe, zum ewigen Leben voranzuschreiten.  Deshalb schlagen sie entschlossen den engen Weg ein, von dem der Herr sagt: "Eng ist der Weg, der zum Leben führt."   Sie leben nicht nach eigenem Gutdünken, gehorchen nicht ihren Gelüsten und Begierden, sondern gehen ihren Weg nach der Entscheidung und dem Befehl eines anderen.  ...
Ohne Zweifel folgen sie auf diesem Weg dem Herrn nach, der sagt: "Ich bin  nicht gekommen, meinen Willen zu tun, sondern den Willen dessen, der mich gesandt hat."
 Interessantes Programm für den deutschen Sowjet-Katholizismus!



Zum ersten Mal bin ich persönlich dem Mönchsvater des Abendlandes vor über dreißig Jahren begegnet, und zwar an einem der schönsten Plätze unseres Landes:


Kloster Weltenburg an der Donau.

An einen solchen Ort kehrt man immer wieder zurück, und so freue ich mich unbändig darauf, in den nächsten beiden Ferienwochen Bayern und Weltenburg einmal wiederzusehen.

Die nächsten Einträge auf diesem Blog gibt's also nicht vor der zweiten August-Woche.

 
Bis dahin.
 
 
Servus!




* Die Regel des Hl. Benedikt, hrsg. im Auftrag der Salzburger Äbtekonferenz. Beuron, 4. Aufl. 1990










Samstag, 21. Juli 2012

Freude aus der Tat

Darin suche deine ganze Freude und Befriedigung, immer Gottes eingedenk von einer gemeinnützigen Tat zu einer anderen fortzuschreiten.

Marc Aurel, Eis heautón VI 7


Donnerstag, 19. Juli 2012

Ein deutsches Priesterleben



"Scheipers ist ein fanatischer Verfechter der katholischen Kirche und deswegen geeignet, Unruhe in die Bevölkerung zu tragen."


Hermann Scheipers, gebürtig aus Ochtrup im westfälischen Münsterland, wurde als Priester der Diözese Meißen im Jahr 1940,  mit obenstehender Begründung,  verhaftet und blieb über vier Jahre lang im Konzentrationslager Dachau interniert, bevor ihm bei der Evakuierung des KZ eine abenteuerliche Flucht gelang.
Zunächst kehrte er in seine Heimat zurück  -  um bereits 1946  in seinem früheren Bistum, in der sächsischen Diaspora, unbeirrt seinen priesterlichen Dienst wieder aufzunehmen  -  unter der zweiten deutschen Diktatur!
Ein Priesterleben, das in Deutschland wohl ohne Beispiel ist.

Am kommenden Dienstag wird Prälat Hermann Scheipers in seiner westfälischen Heimat seinen neunundneunzigsten Geburtstag und zwei Wochen später sein fünfundsiebzigstes Priesterjubiläum feiern.

Von Herzen Gottes Segen,  Hochwürden !


Den autobiographischen Lebensbericht kann ich aus eigener Anschauung sehr empfehlen:
Hermann Scheipers:   Gratwanderungen. Priester unter zwei Diktaturen.   Benno-Verlag, Leipzig  1997 

 

Kunst, zeitgenössische

Nachdem er in seiner neuesten Vernissage weder Fäkalien noch Müll zur Schau gestellt hatte, geriet der Künstler in den Ruch der Konzeptlosigkeit und des Konservatismus.
Michael Klonovsky


Mittwoch, 18. Juli 2012

Neuer Aufbruch, ...

... aber in die richtige Richtung!
Es geschehen noch Zeichen und Wunder in diesen Zeiten der Apostasie:  Bereits seit Ende April gibt es den "Priesterkreis in der Diözese Rottenburg-Stuttgart" mit inzwischen über 50 Mitgliedern.  Sein Programm: Loyalität zu Bischof und Papst!

Islam und p.c. - einmal mehr

Wenn die politisch-superkorrekte Haltung dem Islam gegenüber, die gewisse Parteien, aber auch sich christlich nennende Gruppierungen hierzulande an den Tag legen, nicht total realitätsblind oder aber schizophren ist  -  was ist sie dann?
Für Helmut Matthies auf kath.net ist dies eine bloß rhetorische Frage.  Aus guten Gründen!

Dienstag, 17. Juli 2012

Satire?

Eine breite, angeregte und vielfältige Debatte hat in der vergangenen Woche (nicht nur) die Blogözese beschäftigt.  Tagesordnungspunkt:  Was haben wir zu halten von und wie haben wir uns zu verhalten zu der Art und Weise, wie ein gewisses Schundblatt, das sich "Satire-Magazin" nennt, unseren Heiligen Vater durch den Dreck zu ziehen beliebt und sich dazu auch noch auf die Freiheit der Kunst beruft?
Dass der Verursacher jedes beliebigen prä- oder postpubertalen Fäkal-Geschmieres letzteres ohne weiteres tun kann, sagt sehr viel aus über den kulturellen Zustand unserer Gesellschaft, für die ein absaufender Luxusdampfer immerhin doch ein treffendes Bild abgibt.


Hier möchte ich ein wenig zur Klärung der Begriffe beizutragen versuchen.
In einem Gastbeitrag mit ausgedehnter Kommentar-Diskussion in Elsas Nacht(b)revier  war man besonders dicht am Kernpunkt der Sache, nämlich der Definition von "Satire", und ganz folgerichtig und legitim hat Cicero symbolisch den schriftlichen Antrag gestellt, dem erwähnten Schundblatt die Satirelizenz zu entziehen.  
Und zwar mit Berufung auf keinen Geringeren als Kurt Tucholsky!
Dieser hatte zwar die Frage "Was darf die Satire?"  mit  "Alles!"  beantwortet, aber nicht ohne, unter anderem,  folgendes anzumerken:
Satire ist eine durchaus positive Sache. Nirgends verrät sich der Charakterlose schneller als hier, nirgends zeigt sich fixer, was ein gewissenloser Hanswurst ist, einer, der heute den angreift und morgen den.  Der Satiriker ist ein gekränkter Idealist;  er will die Welt gut haben, sie ist schlecht, und nun rennt er gegen das Schlechte an.
Man merke: Der wahre Satiriker verfolgt erstens ein positives, konstruktives Ziel, und zweitens riskiert er dabei, durch die Wahl seiner Methoden und Ziele sich selbst als charakter- und gewissenlos  zu disqualifizieren.
Fazit:  Folgt man Tucholsky, so hat das umstrittene Titelblatt mit der Verhöhnung des Papstes  mit Satire so gut wie nichts und erst recht nichts mit Humor zu tun, dafür umso mehr mit:  Zynismus!
Diesen definiert Das Große Fischer-Lexikon wie folgt: 
... ursprünglich die Lehre der griechischen Philosophenschule der Kyniker;  heute die absichtliche Missachtung und höhnische Herabsetzung geltender Wertvorstellungen.
Bleibt zu ergänzen,  was der Theologe Richard Schröder vor Jahren in einem Spiegel-Interview gesagt hat:
Zynismus ist parasitär.  Er lebt davon, dass andere ernst nehmen, was er verhöhnt.
Genau so ist es.

Hier noch ein wichtiger Beitrag zum Thema von Armin Schwibach auf kath.net.










Montag, 16. Juli 2012

Schlichte Wahrheit

"Abtreibung ist der schlimmste Holocaust in der Geschichte der Menschheit."
Dies sagte der Erzpriester Wsewolod Tschaplin bei einer Kundgebung gegen Abtreibung und für die Familie in Moskau  (kath.net  berichtet).
Welche Eruptionen der Empörung hierzulande ein Vertreter der Kirche oder der Politik durch das öffentliche Aussprechen dieser schlichten Wahrheit auslösen würde, das wagt man sich gar nicht  auszumalen.




Samstag, 14. Juli 2012

Aberglaube und Aufklärung

Die christliche Kathedrale ist ein Ort der Unterdrückung und des Aberglaubens, während das befreite und aufgeklärte Menschtum im Media-Markt der Vernunft huldigt.
 Michael Klonovsky

Dies und noch vieles mehr (superbe!) gefunden HIER.

Freitag, 13. Juli 2012

Glaube und Treue

Ein fruchtbares Glaubensleben lässt sich nicht im Schnellverfahren erreichen.  Schritt um Schritt, Stufe um Stufe muss einer vorwärtszukommen trachten.  Das geht nicht von selbst munter voran.  Bedenken wir, dass das lateinische Wort für Glauben, fides, zugleich Vertrauen und Treue bedeutet.  Ich habe mir hierzu die Äußerung eines geistlichen Lehrers gemerkt;  er sagte Wenn etwas charakteristisch ist für ein geistlich geprägtes Leben in der Gegenwart, dann ist es die ausharrende und trotz aller Widerstände durchgehaltene Treue.
Bischof Georg Moser


Dienstag, 10. Juli 2012

Perle im Misthaufen


"Liebten wir die Generation nach uns, duldeten wir keine Familienministerin, die alles zum Zerfall der Familien tut."
Es ist wohl so, dass auch im übelstriechenden Misthaufen von Lüge und Hass,  wie in der berühmten Fabel,  sich zuweilen eine winzige Perle der Wahrheit und Liebe entdecken lässt.
Der Misthaufen, von enormem Ausmaß, ist in diesem Fall eine Kolumne mit dem Titel  "Gebärt doch, ihr Bratzen!"  von  "Frau Sibylle"  Berg  auf Spiegel Online.  Es geht um den Marsch für das Leben, um Lebensrecht und das "Recht" auf Abtreibung. 
Die Autorin halte ich für eine intelligente Frau,  deren vernünftiges Denken durch eine schwere emotionale Störung erheblich getrübt sein muss.  Eine andere Erklärung für den Stil dieser "Kolumne" gibt es nicht.  Und doch hat sie es, siehe oben, mit ihrer zynischen Hasstirade nicht ganz geschafft, auch den letzten Funken Wahrheit in sich selbst zu ersticken.


À propos  -  quo vadis,  SPIEGEL?   Man ist ja einiges gewohnt, aber ich kann mich nicht erinnern, etwas derartig Unterirdisches in diesem "Qualitätsmedium" jemals gelesen zu haben.

Im übrigen wurde die Sache in der Blogoezese bereits mehrmals eingehend kommentiert, z. B. auf dem Beiboot Petri und auf St. Christinas Ofenbank



Montag, 9. Juli 2012

Selbstentzauberung

Zu den Tollheiten unserer Tage gehört für mich die Anstrengung von Intellektuellen zur Selbstentzauberung.  ...
Die scharfsinnigsten Geister halten es für erstrebenswert, unsere und ihre eigene geistige Existenz auf das Spiel von Proteinen und Enzymketten und Genen herunterzurechnen. Garantiert glaubensfrei.  Tatsächlich entsteht dabei ein geradezu rührendes Mischlicht aus Anmaßung und Bescheidenheit nach der Maßgabe: "Ich bin nichts als schiere Materie, nichts als purer Stoffwechsel, aber ist es nicht genial, wie spritzig ich das bewiesen habe?"
 Matthias Matussek,  Das katholische Abenteuer

Samstag, 7. Juli 2012

Neues und Gutes



Das Neue ist selten das Gute, weil das Gute nur für kurze Zeit das Neue ist.

Arthur Schopenhauer

Freitag, 6. Juli 2012

Die große Entscheidung (5)

Es geht in unserem Glauben nicht um Meinungen, sondern um Christus.  Über Meinungen kann man diskutieren, zu Christus muss man sich bekennen.  Meinungen sind Gegenstand des Dialogs, Christus ist das Ziel eines bedingungslosen Glaubens.  Wenn Meinungen das Klima der Kirche beherrschen, wird dieselbe zu einem zerstrittenen Debattierclub,  wenn Christus in der Kirche herrscht, wird sie eins in der Liebe.
 P.  Engelbert Recktenwald  FSSP


Die fünf kurzen Textabschnitte, die ich hier unter dem (von mir formulierten) Titel "Die große Entscheidung"  vorgestellt habe, sind entnommen einer kleinen Schrift von  P. Recktenwald: Jesus Christus  -  Einige Gedanken über die Gretchenfrage unseres Glaubens (1999).



Donnerstag, 5. Juli 2012

Die große Entscheidung (4)

Wer der Liebe des Herrn begegnet, erfährt in sich nicht nur das Aufbrechen einer unendlichen Sehnsucht, den Herrn zu lieben, sondern auch des Wunsches, dass er von möglichst vielen Seelen geliebt wird, und der Sehnsucht, an der Verwirklichung dieses Wunsches mitzuwirken. ...
Im Lichte dieser Erfahrung relativiert sich die Bedeutung vieler Anliegen, die heute die kirchlichen Schlagzeilen beherrschen und die Gemüter erregen. Was für ein Gewicht haben sie schon im Vergleich  zur alles überragenden Wirklichkeit der Liebe Jesu Christi? Wenn ich ihr begegnet  bin, brennt in mir nur noch der Wunsch, dass diese Liebe erwidert wird.  Und nun soll ich über den Zölibat diskutieren?  Wie langweilig!   Dass Christus immer mehr erkannt und geliebt wird, ist das einzige Anliegen, das mir auf den Nägeln brennt.  Und jetzt soll ich auf den Zeitgeist hören und meine Energie für den Kampf um das Frauenpriestertum verschwenden?  Welche Zumutung!   Die Verdunstung des Christusglaubens trocknet das kirchliche Leben aus, und jetzt soll ich von etwas mehr Unzucht  (darauf läuft ja letztlich die Forderung nach einer Lockerung der kirchlichen Morallehre hinaus)  eine Erneuerung der Kirche erwarten?  Lächerlich!
P.  Engelbert Recktenwald  FSSP


Mittwoch, 4. Juli 2012

Die große Entscheidung (3)

Der hl. Vinzenz Pallotti schreibt: "Nichts und Sünde ist mein ganzer Reichtum, Nichts und Sünde ist mein ganzes Leben.  Aber durch die Liebe Gottes und seine große Barmherzigkeit ist das ganze Leben unseres Herrn Jesus Christus mein Leben."
Es ist etwas anderes, auf diese Weise die Liebe Gottes zu erfahren, und etwas anderes, sich auf die Liebe Gottes zu berufen, um im Sündigen fortfahren zu können. Bei näherem Zusehen stellt sich im letzten Fall diese Liebe als ein Zerrbild der Liebe Gottes heraus. Dieselbe besteht nicht mehr darin, unsere Sünden zu verzeihen und uns aus unserer Not zu erlösen, sondern die Sünden zu verharmlosen und uns in unsrer Not zu belassen. 
Wer mit Berufung auf die Liebe Gottes z.B. die Zulassung wiederverheirateter Geschiedener zu den Sakramenten fordert, kann unmöglich dieser Liebe im Blick des Herrn einmal begegnet sein. Er beruft sich zwar auf die Liebe Gottes, aber wie auf eine Instanz, die ihm fremd geblieben ist und die er niemals erfahren hat. Die Liebe kann niemals ja sagen zur Sünde. Wer der Liebe des Herrn begegnet, erfährt sie auch als solche, die nichts Unheiliges in ihrer Nähe dulden kann, die höchste Reinheit der Seele fordert.

 P.  Engelbert Recktenwald  FSSP



Montag, 2. Juli 2012

Die große Entscheidung (2)

Christus hat sein Herz für mich geöffnet und mir die Quelle seiner verzehrenden Liebe gezeigt. Er schaut mich an mit einem unendlich liebenden Blick. In diesem Blick liegt aber auch die Frage: Wie werde ich antworten?  In ihm liegt die Sehnsucht nach meiner Gegenliebe.  Christus hat mir sein Herz geschenkt, und mit unendlicher Geduld, liebender Sehnsucht und quälendem Durst wartet er auf das meine. 
Kein kirchlicher Aktivismus, kein kritischer Dialog und kein soziales Engagement können mich einer Antwort entheben. Jedes Engagement nimmt den Charakter einer Flucht an, wenn es mich davon ablenkt, in eine persönliche und liebende Beziehung zum Herrn einzutreten.  Ausweichen gilt nicht!  Der Blick des Herrn ruht auf mir, und irgendwann muss ich diesem Blick begegnen, spätestens im Tod.
 P.  Engelbert Recktenwald  FSSP

Sonntag, 1. Juli 2012

Die große Entscheidung

Der Blick der Liebe, den der Mensch Jesus Christus vor 2000 Jahren auf mich gerichtet hat, ist der inkarnierte Blick jener Liebe, mit der Gott mich seit Ewigkeit anschaut. Den Gedanken an mich trägt mein Schöpfer seit Ewigkeit in seinem Herzen, und dieses Herz ist das Herz des Gekreuzigten geworden, das vom Lanzenstoß durchbohrt wurde. Die Liebe seines Blicks hat ihren Quell in seinem Herzen.  ...
Nichts und niemand kann mich der Aufgabe entheben, zu dieser Liebe Stellung zu nehmen. Meine innerste Freiheit ist angesprochen und aufgerufen. 

P. Engelbert Recktenwald  FSSP

in: Jesus Christus.  Einige Gedanken zur Gretchenfrage unseres Glaubens