Samstag, 29. Dezember 2012

Zeit und Ewigkeit


Ja, der Höchste bist Du und wandelst Dich nicht, und der heutige Tag geht nicht hin in Dir, und dennoch geht er in Dir hin, weil doch dies alles ist in Dir: denn es hätte keine Pfade des Dahingehens, wenn Du nicht der Allhaltende wärst. Und weil "Deine Jahre nicht schwinden" (Ps.102,28),  sind Deine Jahre heutiger Tag.  Und wie viele von unseren und unserer Väter Tagen sind schon durchgezogen durch Dein Heute und haben aus ihm das Gemaß empfangen und waren jeder auf sondere Weise da, und es werden noch andere ziehen und empfangen und jeder auf sondere Weise dasein. "Du aber bist der Immergleiche", und alles Morgige und was noch ferner, und alles Gestrige und was noch weiter dahinten  -  heute wirst Du es tun, heute hast Du es getan.

Was soll es mir, wenn einer das nicht fassen kann?  Es freue sich auch er und spreche: "Was ist dies?"  Er freue sich auch so, und möge lieber im Nichtfinden Dich finden als im Finden doch Dich nicht finden.

Augustinus, Confessiones  I 6,10
übers. v. Joseph Bernhart

Donnerstag, 27. Dezember 2012

Das Kind





"Kannst du nicht", fragt uns die Gestalt des Kindes, "einmal den Mut bekommen, zu denken, du wärest auch ohne Leistung und Arbeit berechtigt zu leben?  Kannst du nicht mal denken, du selber, deine Person, wäre liebenswürdiger und wertvoller als deine vorweisbaren Taten?  Kannst du dir nicht einfach mal gestatten, an etwas anderes zu denken als daran, was du tun musst und was du zu machen hast? Kannst du nicht einfach mal dich dem Empfinden überlassen, dass du berechtigt bist zu sein?"
So lebt ja doch ein Kind,  und so fragt es schon durch sein bloßes Dasein.  Ein Kind kann man nicht für seine Tüchtigkeit und seine Leistung lieben, es kann ja noch gar nichts, es tut noch gar nichts Nützliches;  ein Kind kann man nicht dafür lieben, dass es etwas Besonderes besäße oder vorzuzeigen hätte,  -  es hat im Gegenteil noch nichts zu eigen;  man muss es schon, wenn man es lieben will, um seiner selbst willen liebhaben.  Das ist das ganze Geheimnis eines Kindes,  dass es uns durch sein bloßes Dasein nötigt, es zu lieben,  und dass es davon lebt, für nichts geliebt zu werden.

Eugen Drewermann




Text:  E. Drewermann: Tiefenpsychologie und Exegese. Bd.I,  Olten/Freiburg i.Br. (4.Aufl.) 1992,  S. 505f

Bild:   "Weihnachten in Alt-Schriesheim"  -  Figuren: Elisabeth Murhard;  Gestaltung: Pfr. Dr. Theodor Seeger +
            Foto: Iris Reinhardt

Montag, 24. Dezember 2012

"...gnadenbringende Weihnachtszeit"


Allen Lesern und Besuchern dieses Blogs
ein frohes Weihnachtsfest und Gottes Segen!


Das "offizielle" Weihnachts-Posting haben diesmal die Wilden Füchse übernommen, worauf hier nachdrücklich hingewiesen sei!

(Damit begünstige ich zwar die ohnehin erfolgreichere Konkurrenz, aber was tut man nicht alles für den Nachwuchs!;-)

Samstag, 22. Dezember 2012

Gender-Wahn und das MinisterIn

Und wieder einmal ist uns vor Augen geführt worden, von welch überragenden Geistesgrößen  regiert zu werden wir die Ehre und das Vergnügen haben.  Was Frau (?) Familien (!!)- MinisterIn zum Thema politisch-korrekte und gender-gerechte Kindererziehung und Kinderliteratur da von sich gegeben hat  -  mit einem "Kniefall vor der spätmodernen Bewusstseinsindustrie" (Alexander Kissler)  -  das hat nun allerdings bereits die gebührende Aufmerksamkeit  und manch trefflichen Kommentator gefunden (etwa HIER, HIER, HIER, HIER und  vor allem HIER), so dass an dieser Stelle auf weitere Kommentierung verzichtet werden soll.
Nur dieses satirische Schmankerl von Henryk M. Broder kann ich dem geneigten Leser unmöglich vorenthalten:
Familienministerin Schröder hat bereits angedeutet, dass es nicht bei literarischen Nachbesserungen bleiben wird. Nach "Pippi Langstrumpf" ist der Allmächtige dran. "Der liebe Gott" hat ausgedient, an seine Stelle tritt "das liebe Gott". -  Wenn das mal gutgeht.  Frau Gott hat ja viel Humor, aber alles lässt sie sich nicht gefallen.

Es sind Einzelphänomene wie diese Selbstpräsentation einer "christlich"-demokratischen Bundesministerin, die sich immer mehr zu einem Untergangs-Szenario verdichten: dem tagtäglich vor unseren Augen sich vollziehenden Untergang einer Welt der Vernunft, des Sensus communis, der Humanität, der Geisteskultur und des Glaubens sowieso, ein Untergang, vor dessen Hintergrund der soeben glücklich überstandene Maya-Weltuntergangs-Hype als lachhafte Farce erscheint.



Und jetzt aber Schluss damit!  Schluss mit dem Kritisieren und Räsonieren und Polemisieren, mit der Schwarzmalerei und dem Defätismus!

Es ist Advent.  Höchste Zeit für das, was ein von uns allen sehr geschätzter Bischof die "innere Landschafts-Architektur"  nennt.
 Eine Stimme ruft in der Wüste:  Bereitet dem Herrn den Weg!  Ebnet ihm die Straßen! 
Jede Schlucht soll ausgefüllt werden,  jeder Berg und Hügel sich senken.  Was krumm ist, soll gerade werden,  was uneben ist, soll zum ebenen Weg werden. 
Und alle Menschen werden das Heil sehen, das von Gott kommt.

 Lukas 3, 4-6;  Jesaja 40, 3-5

Donnerstag, 20. Dezember 2012

"Wunderschöne kleine Kinder ..."


Tieferschüttert von dem Massaker von Newtown und mit Tränen in den Augen zeigte sich Barack Obama vergangene Woche bei seinem Auftritt im Weißen Haus vor der Öffentlichkeit.  
Unsere Herzen sind gebrochen.  Wir haben in den vergangenen Jahren zu viele dieser Tragödien durchgemacht. ... Die Mehrheit derjenigen, die heute gestorben sind, waren Kinder, wunderschöne kleine Kinder im Alter zwischen fünf und zehn Jahren. Sie hatten ihr ganzes Leben noch vor sich  -  Geburtstage, Schulabschlüsse, Hochzeiten, eigene Kinder ...
Kaum zu glauben, dass dies derselbe Mann gesagt haben soll, der als "mächtigster Mann der Welt" entschlossen  wie kaum ein anderer den Krieg gegen die Ungeborenen vorantreibt.  Für Aufsehen und auch Proteste sorgte Obama, als er im Wahlkampf auch seine eigenen Töchter in seine Abtreibungspropaganda einbezog, wie kath.net berichtete:
Ich habe zwei Töchter. Ich möchte, dass sie ihre eigenen Entscheidungen über medizinische Leistungen treffen können. Wir gehen vorwärts, nicht rückwärts.
"Medizinische Leistungen" ist bei Leuten wie Obama natürlich nichts anderes als ein Euphemismus für Abtreibung.  Weiterhin äußerte er, mit unglaublichem Zynismus, im Hinblick auf seine Töchter:
Wenn sie einen Fehler machen, dann möchte ich nicht, dass sie mit einem Baby bestraft  (sic!)  werden.
Die Bloggerin Jil Stanek kommentierte:
Obama tritt für die Freiheit seiner Töchter ein, seine eigenen Enkelkinder abtreiben zu dürfen.

Hat Mr. President da im politischen show-business die obligaten Krokodilstränen vergossen?
Ohne Zweifel lässt sich ja dieses grauenhafte Blutbad an einer Grundschule nicht so mühelos ignorieren, totschweigen und verdrängen wie der tagtägliche unsichtbare, lautlose Massenmord in den Abtreibungsfabriken. 

Die Tränen eines wahren Menschenfreundes sind es aber wohl nicht ...


Dienstag, 18. Dezember 2012

Kindersterblichkeit

Wer die gewaltige Reduzierung der Kindersterblichkeit in unserem Weltteil preist,  sollte die ebenfalls gewaltige Steigerung  der Embryonensterblichkeit nicht zu erwähnen vergessen.
 Michael Klonovsky

Sonntag, 16. Dezember 2012

Rorate caeli ...

  ... desuper, et nubes pluant iustum.

Gestern morgen, acht Uhr, in adventlicher Dunkelheit und  zögerlichem Tagesanbruch, die Kapelle ausschließlich mit Kerzen erleuchtet. Zum ersten Mal wieder, seit Jahrzehnten, seit den verschwommenen Erinnerungen meiner Kindheit, ein "echtes" Rorate-Amt mitgefeiert. Die Verse des Introitus-Gesanges durfte ich solo vortragen.  Sehnsucht des Advents: Rorate caeli ...

Vor fünfviertel Jahren zur traditionellen Liturgie zurückgekehrt, ist es mir heute nicht mehr vorstellbar, ohne den wundervollen Reichtum dieser altehrwürdigen Symbol- und Formensprache den Glauben authentisch leben zu können.  Ein Geschenk, dass sie den Kahlschlag der "Reformen"  überlebt hat.


Donnerstag, 13. Dezember 2012

Liturgie: Friede und Heimat

In einer sehr kurzlebigen und nach ständig neuen Abwechslungen haschenden Zeit mag es ungewohnt erscheinen, am Altar Tag für Tag immer der gleichen Ordnung zu folgen.  Wer sich aber auf die Logik ständiger Abwechslung einlässt, gerät bald in den Zwang, immer etwas Neues 'bieten' zu müssen.  Wir sind der Überzeugung, dass auch der heutige Mensch sich im Grunde nach einer festen Ordnung sehnt und inmitten des ständigen Wandels gerade in der Liturgie einen sicheren Halt, eine Quelle inneren Friedens und ein Stück geistige Heimat finden kann.
 P. Martin Ramm  FSSP:  Zum Altare Gottes will ich treten.  Die Messe in ihren Riten erklärt. 
                                       Thalwil  2005,  S. 46


Dienstag, 11. Dezember 2012

Liturgische Gestaltung

Nicht wir gestalten die Liturgie, sondern die Liturgie gestaltet uns.  Denn Inhalt der Liturgie ist nicht unsere Kreativität oder unsere Fantasie, sondern der eine Jesus Christus, der derselbe ist, gestern, heute und in Ewigkeit.  (Hebr. 13,8)
P.  Johannes Paul Chavanne  OCist  (Heiligenkreuz)
in der heutigen Tagespost

Samstag, 8. Dezember 2012

"Die übergroße Freiheit ..."

... schlägt offenbar in nichts anderes um als in übergroße Knechtschaft, sowohl für den einzelnen als auch für den Staat.  Platon


Nun ist mir also Frischer Wind zuvorgekommen  -  was ich ihr keineswegs verüble  -  nämlich mit der Vorstellung des neuen Buches von Gabriele Kuby.  Ihrer Empfehlung kann ich mich nur nachdrücklichst anschließen;  wir haben es mit einer höchst anstrengenden Lektüre, aber auch sehr wahrscheinlich mit einem der wichtigsten Bücher unserer Zeit zu tun: "Die globale sexuelle Revolution  -  Zerstörung der Freiheit im Namen der Freiheit"



"Lieber Leser, liebe Leserin, Sie halten ein Buch in Händen, das Sie nicht ohne emotionale Reaktionen werden lesen können ..."  -  so eröffnet die Autorin ihr Vorwort.  Wie wahr! Das Durcharbeiten des Bandes mit seinen 450 Seiten erfordert mehr als emotionale Stabilität  -  es bedeutet beinahe physische Anstrengung.  Und das liegt nun wirklich an dem abgründigen Gegenstand und nicht an der Autorin und ihrem flüssigen, klaren Stil. Nach zwei kleineren Bändchen zum selben Thema*  hat Gabriele Kuby  dieses nun einer umfassenden und tiefgehenden Analyse unterzogen und betreibt damit notwendige und mutige Aufklärung im besten Sinn, wofür ihr  -  zumal da sie sich damit sicher mehr Feinde als Freunde macht  -  höchste Anerkennung gebührt.  Worin diese bestehen könnte?  Ich meine, am besten in der Lektüre und Weiterempfehlung ihres Buches!

Auf das Referieren des Inhalts möchte ich hier verzichten (Näheres bei kath.net*).  Nur soviel:  Beim "Gender-Mainstreaming" , um das es hier geht, also der "Dekonstruktion der Geschlechtsidentität", haben wir es, wie die Terminologie schon nahelegt, ohne Zweifel mit einer der perversesten, destruktivsten und bösartigsten Ideologien der Geschichte zu tun.
In seinem Geleitwort schreibt Robert Spaemann:
Der Begriff einer normativen Normalität ist unverzichtbar, wenn es um den Umgang mit Lebensvorgängen geht. Irrtümer auf diesem Feld sind lebensgefährlich für die Menschheitsfamilie.  Dass Gabriele Kuby den Mut hat, die Bedrohung unserer Freiheit durch eine antihumanistische Ideologie beim Namen zu nennen, bringt ihr möglicherweise Feindseligkeit, ja sogar Hetze ein. Sie hat stattdessen für ihre Aufklärungsarbeit unser aller Dank verdient. Möglichst viele Menschen sollten dieses Buch lesen, um aufmerksam zu werden, was auf sie zukommt, wenn sie sich nicht wehren.

Der Titel dieses Posts ist übrigens ein Zitat aus dem achten Buch von Platons Politeia (564a), das auch Frau Kuby ihrem Buch voranstellt.  Bereits vor vierundzwanzig Jahrhunderten hat der große athenische Philosoph prophezeit, was einer Zivilisation wie der unsrigen blüht, die wir offenbar nunmehr über sechs Jahrzehnte Frieden, Freiheit, Sicherheit und Wohlstand einfach nicht verkraften.  Wehe uns, wenn wir nicht rechtzeitig aufwachen!


  Heilige Jungfrau von der Unbefleckten Empfängnis, bitte für uns!
  




*  Die genannten Schriften von Gabriele Kuby sind im Fe-Medienverlag, Kisslegg, erschienen. Für nähere Informationen verweise ich HIER auf die Webseite der Autorin.
Zwei Beiträge zum ihrem neuen Buch finden sich HIER und HIER bei kath.net.


UPDATE:  Buchbesprechung von Inge M. Thürkauf  HIER.


Freitag, 7. Dezember 2012

Die Krise der Liturgie ...

... ist nicht anders zu verstehen denn als Symptom wie auch Katalysator der Glaubenskrise  -  das ist wohl eine Binsenweisheit.
"Was wollen wir?"   Die Feier der Eucharistie als halb profaniertes Wellness-Event oder als Begegnung mit dem wahren und lebendigen Gott?  
Schon lange nicht mehr habe ich zu diesem Problem etwas so Treffsicheres gelesen wie diesen Text von Cicero auf katholon, seinerseits angeregt von diesem kath.net-Beitrag.


Donnerstag, 6. Dezember 2012

Nach wessen Pfeife ...

... tanzt eigentlich die Deutsche Bischofskonferenz?
Zu dieser spannenden Frage, vor dem Hintergrund der Affäre um kreuz.net, hat Johannes auf Thermometer einen lesenswerten Fund  gemacht, und zwar HIER.

Dienstag, 4. Dezember 2012

Pius und Napoleon


Eine ebenso geistreiche wie liebenswerte Anekdote um Napoleon und Papst Pius VII. habe ich vor genau einem Jahr hier gepostet  und möchte sie heute noch einmal präsentieren, diesmal zusammen mit dem dazu passenden (lange gesuchten) Historien-Gemälde:


Napoleon:  Ich werde die Kirche vernichten!

Pius VII.:   Majestät,  ich bezweifle sehr, dass Ihnen das gelingen wird.  Das 
                     haben  ja  noch  nicht einmal wir selbst geschafft! 



Das Gemälde, oder vielmehr die Reproduktion eines solchen von Jean Paul Laurens, trägt zwar den erläuternden Titel  "Napoleon besteht darauf, dass Papst Pius VII. ihn krönt",  doch bringt die Körpersprache des  Empereur  dessen Strategie recht eindeutig zum Ausdruck:  die Kirche zerstören, indem man sie gefügig macht und vereinnahmt!
Eventuelle Parallelen zur Situation der Kirche von heute sind dabei weder zufällig noch vom Autor dieses unbeabsichtigt.  Und auf die bislang noch subtilen Attacken der Machthaber von heute gibt es als angemessene Antwort nur diejenige, die Pius VII. verkörpert: ruhige Gelassenheit, getragen von unerschütterlicher Glaubensgewissheit wie von demütiger Selbsterkenntnis. 

In seinem Buch  "Deine Kirche ist ja wohl das Letzte!"  schreibt Pfarrer Ulrich Filler*, mit einem deftigen Zitat des unvergessenen Volksmissionars P. Leppich SJ:
Übrigens lohnt es sich, darüber nachzudenken, worin das Geheimnis der Kirche besteht, die es schafft, trotz aller Schwierigkeiten erfolgreich alle Krisen ihrer Geschichte zu bestehen, so dass "dieser Saustall zweitausend Jahre nicht untergegangen ist."



* Ulrich Filler:  Deine Kirche ist ja wohl das Letzte!  Fakten-Argumente-Standpunkte. Fe-Medienverlag, Kisslegg  (9. Aufl.) 2009, S. 34






Montag, 3. Dezember 2012

"Unaufrichtig und doppelzüngig"

CDU-Generalsekretär Hermann Gröhe wirft den Grünen ein doppeltes Spiel in der Kirchen- und Religionspolitik vor: "Es ist unaufrichtig und doppelzüngig, wenn die Grünen Kirchenfreunde ins Schaufenster stellen, in der Programmwerkstatt aber erbitterte Kirchengegner den Ton angeben,"  sagte Gröhe der "Welt" (Donnerstag).  Der CDU-Politiker nannte in diesem Zusammenhang die Namen von Winfried Kretschmann und Katrin Göring-Eckardt. ...
Die Tagespost vom 29.11.12

Dem wird man kaum widersprechen können ...


Updatezwei kath.net-Artikel: HIER (von A. Kissler)  und HIER

Samstag, 1. Dezember 2012

Kampf und Bekehrung



Man kann nie Christ sein, ohne den Kampf gegen die herrschende Umgebung anzunehmen.  Es gibt kein Zeitalter, dem die Mühe der Bekehrung erspart bleibt.


Rocco Buttiglione





Freitag, 30. November 2012

"Ein Standardhonorar ..."

... der politischen Mainstream-Presse beläuft sich auf dreißig Silberlinge.

Michael Klonovsky

Mittwoch, 28. November 2012

"Mit der eigenen Meinung ..."

...  gibt der moderne Mensch auch das eigene sittliche Urteil auf.  Um gut zu finden, was die Kollektivität in Wort und Tat dafür ausgibt, und zu verurteilen, was sie für schlecht erklärt, unterdrückt er die Bedenken, die in ihm aufsteigen.
Albert Schweitzer


Montag, 26. November 2012

Zeitgeist (3)

Mit dem Geiste der Zeit befinde ich mich in vollständigem Widerspruch, weil er von Missachtung des Denkens erfüllt ist.
Albert Schweitzer


Samstag, 24. November 2012

Staatsziel

Eines der neueren Staatsziele der Bundesrepublik:  Jedem Devianten ein Normalitätszertifikat.
Michael Klonovsky


Freitag, 23. November 2012

Das nackte Grauen ...

... beschleicht jedenfalls mich immer öfter beim Rundblick in die gesellschaftliche und poltische Realität dieser unserer Republik. Während  -  wie im gestrigen Post gezeigt  -  eine unbeschreibliche, nie dagewesene Dreckflut von Perversität und Verkommenheit ungehemmt um sich greift und Kinder und Jugendliche diesem Gift schutzlos ausgesetzt sind, haben solche unsäglichen Figuren wie die grüne Frau Roth nichts Besseres zu tun, als Artikel eins des Grundgesetzes auf schwul-lesbisch umzupolen, und der linke Totalitarismus kann sich auf seinem Vormarsch in die schöne neue Welt mittlerweile offen und ungestraft Verstöße gegen geltende Gesetze erlauben.

Erfrischend aber auch die Art und Weise, in der Blogger wie Johannes auf seinem Thermometer vom Leder ziehen und herzhaft dazwischenhauen! 
Wer's noch nicht gelesen hat  -  bitte HIER entlang!

Donnerstag, 22. November 2012

Vielfalt ...

... der Lebensformen und besonders der "sexuellen Orientierung" preisen Politiker und Medien als erstrebenswertes Ziel in allen Bereichen der Gesellschaft an, indem sie positiv konnotierte Begriffe wie "Toleranz" und "Menschenrechte" damit verbinden. Vielleicht sind wir nicht mehr allzuweit davon entfernt, dass ein Grundrecht auf selbstbestimmte "sexuelle Identität" in der Verfassung verankert wird. 

In diesem Zusammenhang verdient eine neue CD der Death-Metal-Band Anthropomorphia besondere Beachtung.


Ihr Titel: Evangelivm Nekromantia, also "Evangelium der Totenbeschwörung". Das ist schon ziemlich heftig, aber noch nicht alles. In einigen der Titel wird Nekrophilie propagiert, also Sex mit Toten. So wird etwa ein Mord und die anschließende Vergewaltigung der Leiche beschrieben. 
Dieses Produkt grenzenloser Perversion wird von SONY vertrieben und ist im freien Handel erhältlich.


In Sachen "Vielfalt der sexuellen Orientierung" sind die Dinge also recht weit gediehen. Und der staatliche Jugendschutz schaut untätig zu. Es bleibt nichtstaatlichen Organisationen wie der Deutschen Vereinigung für eine Christliche Kultur e.V. überlassen, gegen solche Monstrositäten vorzugehen, um Kinder und Jugendliche vor dem Schlimmsten zu schützen. Wie Mathias von Gersdorf von der DVCK berichtet, bedarf es seiner Initiative, um etwa der Bundeszentrale für jugendgefährdende Medien Beine zu machen.

Ein ungeheuerlicher Skandal und eine erschreckende Bankrotterklärung unserer Politik.
Ich bitte alle Leser, die Aktion der DVCK zu unterstützen.
Näheres HIER.



Montag, 19. November 2012

"Fürchtet euch nicht ..."

... das, was ihr denkt, auszusprechen, mag es auch unzeitgemäß gescholten und von denen, die im Geiste der Zeit weise und klug sind, bespöttelt werden.
Albert Schweitzer 
(Predigt, 15.11.1908)   



Samstag, 17. November 2012

Salve Regina



Über Helmut Kohl kann man ja politisch-historisch sicher geteilter Meinung sein, und ein Helmut-Kohl-Nostalgiker bin ich eindeutig nicht. Doch zumindest einen Ausspruch von ihm könnte ich vorbehaltlos unterschreiben:  Als einmal irgendwelche Hasser und Neider ihn mit Hinweis auf seine Herkunft aus der "pfälzischen Provinz" zu diskreditieren versuchten, konterte er, der Geschichtskundige, gelassen und souverän: Wenn der Dom zu Speyer, die Kaiserpfalz Trifels und das Hambacher Schloss "Provinz" seien, dann sei er gerne "Provinzler".  - Touché!
Und so geht es auch mir: Jedesmal wenn ich, auf der B 39 von Osten oder Westen  mich der Speyrer Rheinbrücke nähernd, hinter den Bäumen die majestätischen Türme des Domes  auftauchen sehe, dann beginnt mir das lokalpatriotische Provinzlerherz gleich höher zu schlagen.


Heute vor genau einem Jahr habe ich dieses Blog eröffnet.  Sein (ehemaliges) Titelbild zeigt  -  mancher Leser wird es schon erkannt haben  -  die Krypta (Unterkirche) des romanischen Kaiser- und Mariendomes zu Speyer, die größte und bedeutendste ihrer Art. Ihr Mauerwerk mit seinem meist rotbraunen, im Farbton aber auch zwischen hellgrau und gelbbraun stark changierenden Pfälzer Buntsandstein strahlt, wie das ganze Bauwerk, eine wunderbare Wärme und Lebendigkeit aus.
Von der Krypta aus erreicht der Besucher die Gräbstätten von acht deutschen Kaisern und Königen und drei Königinnen aus den Dynastien der Salier, Hohenstaufen, Habsburger und Nassauer, das 11. bis 14. Jahrhundert deutscher Geschichte repräsentierend.
Kaiser Konrad II., Stifter und Gründer des Domes, führt diese Reihe an; unter seinem Enkel Heinrich IV. wurde die Kathedrale vollendet und im Jahre 1061 eingeweiht, was die Stadt Speyer im vergangenen Jahr mit dem 950. Jubiläum angemessen gefeiert hat.   
Aus der wechselvollen Geschichte dieses Gotteshauses gäbe es eine ganze Menge zu berichten; darüber vielleicht ein andermal mehr. 
Heute möchte ich mich beschränken auf die legendenhafte Überlieferung vom Aufenthalt des Heiligen Bernhard von Clairvaux  in Speyer am Weihnachtsfest  des Jahres 1146.   Das Bildnis der Muttergottes  im Dom  soll er  mit den Worten  "O clemens, o pia, o dulcis virgo Maria"  ("O gütige, o milde, o süße Jungfrau Maria!") gegrüßt und diese Worte dem Marienhymnus Salve Regina angefügt haben. Zur Erinnerung daran sind sie im Fußboden des Mittelschiffes zwischen dem Hauptportal und den Stufen des Hochchors in bronzenen Lettern eingelassen.

Titelblatt (links) der Speyrer Ausgabe des Gotteslob



 


Freitag, 16. November 2012

Kunst und Arbeit

Seit ihre Hervorbringung keine mehr erfordert, nennt man die Kunstwerke "Arbeiten".
 Michael Klonovsky



Dienstag, 13. November 2012

Subversiv

Eine gotische Pietà ist subversiver als ein ganzes Museum für moderne Kunst.

Michael Klonovsky

 

Samstag, 10. November 2012

Europa schafft sich ab

Es geht um die Zukunft Europas. In den letzten vierzig Jahren hat Europa dreimal nein zu seiner Zukunft gesagt. 1968 mit dem "Nein"  zur Enzyklika Pauls VI. Humanae vitae, wenige Jahre später mit der in den meisten europäischen Ländern eingeführten Fristenregelung und letztlich mit der "Homo-Ehe".

Christoph Kardinal Schönborn am 1. April 2008 bei einer Heiligen Messe im Abendmahlssaal in Jerusalem in Anwesenheit von 150 Bischöfen aus aller Welt.
Zitiert nach: Gabriele Kuby, Die globale sexuelle Revolution, Kißlegg 2012

Donnerstag, 8. November 2012

Unfehlbarkeit

Der Unfehlbarkeitsanspruch des Papstes ist heute auf diejenigen übergegangen, die ihn anfeinden.
Michael Klonovsky

Dienstag, 6. November 2012

Exegese und Glaube

Es ist ein tiefsitzendes und schwer zu fassendes Missverständnis, zu glauben, die freie exegetische Erforschung der Schriftzeugnisse werde "eingeengt", "behindert", wenn der Forschende vom Glauben an Jesus als den Sohn Gottes ausgeht, wenn er "geglaubt und erkannt hat", dass Jesus der Sohn Gottes ist (Joh 6,69). ...
Wer Jesus ist, steht a priori fest, weil der Evangelist bereits erkannt hat, dass Jesus der Christus ist. Was im Evangelium von dessen Leben und Sterben gesagt wird, soll zeigen, dass er wirklich der Sohn Gottes ist, als den ihn die Gemeinde erkannt hat und bekennt.

Christoph Schönborn OP: Einheit im Glauben.  Freiburg 1984 (Johannes Verlag Einsiedeln)

Samstag, 3. November 2012

Aggiornamento (3)

Über Aggiornamento, den missverstandenen, wenn nicht missbrauchten Schlüsselbegriff des Zweiten Vatikanischen Konzils, wurde vor drei Wochen, zum 50. Jahrestag der Konzilseröffnung, an dieser Stelle nachgedacht und auf Deutungsversuche verwiesen. 
Nun hat kein Geringerer als Robert Spaemann, Altersgenosse und Berater von Papst Benedikt, in einem auch sonst absolut lesenswerten WELT-Interview folgende Definition formuliert: 
Das Konzil ...
... war Teil einer Bewegung, die die ganze westliche Welt erfasst hat, Teil der Kulturrevolution. Papst Johannes XXIII. sagte damals, Ziel des Konzils sei ein Aggiornamento der Kirche. Das wurde von vielen mit Anpassung übersetzt, Anpassung an die Welt. Aber das war ein Missverständnis. Aggiornamento heißt: den Widerspruch der Kirche zur Welt, den es immer gegeben hat und den es geben muss, aktualisieren für unsere Zeit. Das ist das Gegenteil von Anpassung.        (Hervorhebung von mir. Sev.)
Und dem ist nun wirklich nichts mehr hinzuzufügen. Danke, Robert Spaemann.


Update: doch noch eine  "Ergänzung" HIER


Freitag, 2. November 2012

Allerseelen




ICH LEB VND WEIS NIT WIE LANG  MVSS STERBEN WEIS NIT WAN
DOCH STEHT MEIN LEBEN VND END  ALLEZEIT IN GOTTES HEND


 Hausinschrift aus dem Jahre 1608,  Hirschhorn am Neckar

Dienstag, 30. Oktober 2012

Liturgie als Inkarnation (2)

Erster Teil HIER.

Ich sagte, dass Jesus und seine Jünger und die ersten Christen die Notwendigkeit erkannten, dass es zur vollständigen Erfassung der Botschaft Jesu nicht genügte, seine Lehren getreu zu tradieren ...,  sondern dass es zum Wirksamwerden dieser Lehren der Erfahrung und des Einflusses des leiblich anwesenden Jesus bedurfte.  Wenn die Liturgie aber diese zum Christsein notwendige Erscheinung des körperlichen Christus sein soll, dann muss es möglich sein, sie als etwas nicht von Menschen Gemachtes zu erfahren, als etwas Vorgegebenes, Offenbartes.  Tatsächlich sind ja die Messreformierer und die modernen Exegeten, die die Offenbarung der historisch-kritischen Methode unterziehen, aus demselben Holz geschnitzt.  Seltsam nur, dass bei soviel archäologisch-philologischem Sachverstand dann ein Jesus herauskommt, der Ehrenmitglied der SPD hätte sein können, ebenso frauenfreundlich wie Willy Brandt und ebensowenig auferstanden.

Martin Mosebach, Häresie der Formlosigkeit. Die römische Liturgie und ihr Feind. 
        München (Carl Hanser Verlag)  2007, S. 67

Samstag, 27. Oktober 2012

In Hoc Signo


Christusmonogramm, Vat. Museen, 4. Jhd.
Ein welthistorisches Ereignis wird sich am morgigen Sonntag, den 28. Oktober, zum 1700. Mal jähren: Der spätere Kaiser Konstantin I. der Große besiegte Anno Domini 312 seinen Rivalen Maxentius in der Schlacht am Ponte Milvio vor den Toren Roms. Nach dem Bericht des Historikers und Bischofs Eusebius von Caesarea hatte er in einer Vision das Christus-Monogramm erblickt und die Worte gehört: "In hoc signo vinces  -  In diesem Zeichen wirst du siegen."  Daraufhin machte er das Monogramm zum Feldzeichen seines Heeres, und die Verheißung erfüllte sich. 
Prof. Dr. Martin Rhonheimer schreibt in einem umfangreichen und gehaltvollen Beitrag in der heutigen Tagespost:
Damit begann für das Christentum und die europäische Zivilisation eine neue Epoche. ... Handelte Konstantin aus politischen oder aus religiösen Gründen?  Die Frage ist müßig:  Für einen Römer waren religiöse immer auch politische Gründe. Konstantin handelte 312 als Heide und als Römer: der Gott der Christen sollte ihm Sieg und dem Reich Einheit und Sicherheit gewähren. Die Schlacht von 312 war im Verständnis Konstantins weder ein "christlicher Krieg" noch ein Kreuzzug, sondern Entscheidungsschlacht im Kampf römischer Potentaten um die Macht und für die Größe Roms.
Im folgenden Jahr 313 brachte das von Konstantin erlassene Toleranz-Edikt von Mailand die Wende in der Geschichte des Christentums: das endgültige Verbot der Christenverfolgungen und die Gleichstellung des Christusglaubens mit der römischen Staatsreligion. Gegen Ende dieses Jahrhunderts, im Jahr 391, machte schließlich Kaiser Theodosius das Christentum zur alleinigen Staatsreligion. 
Konstantin selbst hat sich erst kurz vor seinem Tod an Pfingsten 337 taufen lassen.


Während das Christus-Monogramm aus den ersten beiden griechischen Buchstaben von Christus besteht (XP=chi-rho, oft ergänzt mit dem Alpha und Omega aus Apk 1,8),  enthält das volkstümliche Jesus-Monogramm IHS oder JHS die ersten drei Buchstaben von Jesus: ein lateinisches I bzw. J sowie S mit einem griechischen Eta (H). Weil diese merkwürdige Buchstabenmischung bald nicht mehr verstanden wurde, bezog man das Monogramm auf die Konstantin-Geschichte: In Hoc Signo (vinces).  Die Frömmigkeit des einfachen Volkes las hingegen "Jesus, Heiland, Seligmacher". Und eine sehr schöne Interpretation der Jesuiten, mit Anspielung auf den Ordensnamen Societas Jesu, lautet: Iesum Habemus Socium  -  Wir haben Jesus als Gefährten.



Auch durch das "Jahr des Glaubens" wird uns das stilisierte Jesus-Monogramm begleiten: als Segel des Schiffleins Kirche, gehalten vom Mast des Kreuzes.















Update:  Beiboot Petri: Ausstellung in München

Donnerstag, 25. Oktober 2012

Paradox

Das menschliche Gehirn hätte sich ohne die biologische Zweiheit der Geschlechter niemals so weit entwickelt, dass es sogar Theorien wie jene ersinnen konnte, diese Zweiheit sei ein "soziales Konstrukt".

Michael Klonovsky

Dienstag, 23. Oktober 2012

Pädagogik

Bei Kindern braucht man: ein Gläschen voll Weisheit, ein Fass voll Klugheit und ein Meer voll Geduld.
Hl. Franz von Sales

zit. nach: A. Lazzarini, Johannes Paul I.,  1978

Samstag, 20. Oktober 2012

Das grüne Wunder


Einmalig schönen Kino-Dokumentarfilm zusammen mit den Kindern angeschaut: "Unser Wald" als Lebensraum und seine großen und kleinen Bewohner, auf der Erde, unter der Erde, in der Luft, in den Kronen der Bäume ...
Unergründlicher Reichtum des Lebens, Größe und Herrlichkeit der Schöpfung!

Mittwoch, 17. Oktober 2012

Papa Luciani

Gestern vor vierunddreißig Jahren, am 16. Oktober 1978, wurde von der Loggia von St. Peter die Wahl eines neuen Papstes verkündet: Johannes Paul II.
Heute vor einhundert Jahren, am 17. Oktober 1912, wurde in Canale d'Agordo, einem damals eher armseligen Bergnest in den südlichen Dolomiten, Provinz Belluno, Albino Luciani geboren.  1935 wurde er Priester, 1958 Bischof von Vittorio Veneto. 1969 folgte er einem anderen Sohn der Berge, Angelo Roncalli, auf den Stuhl des Patriarchen von Venedig und schließlich am 26. August 1978 auf den des Bischofs von Rom: Papst Johannes Paul I.

Zwei Bergsteiger klettern auf einen Berg: der eine, weil es so Mode ist; der andere aus Leidenschaft. Zurückgekehrt, sagt der erste: "Was ich gesehen habe? Oh, nichts Besonderes: ein paar Seile, Bäume, Wasser, Wiesen, einen Haufen Himmel und sonst nichts."  Und gähnt.  Der zweite sagt: "Was ich gesehen habe? Das werde ich nie mehr vergessen. Felsen und wieder Felsen, Wiesen und Wasser und die Sonne und das Blau des Himmels und alles voller Wunder!"  Und während er spricht, sieht es so aus, als ob so große Wunder immer noch aus seinem Gesicht und aus seinem Herzen leuchten.  Die beiden sagen das gleiche, aber die Art, es zu sagen, ist ganz verschieden. Der erste weckt bei keinem die Lust zu einer Bergtour; der zweite wird mit seiner Begeisterung die Leidenschaft für die Berge bei anderen wecken und sie auf neue Gipfel führen.  So ist es mit dem Katecheten: Es genügt nicht, dass er redet, sondern während er redet, muss er Begeisterung wecken und mitreißen.
Albino Luciani


Canale d'Agordo

Im Sommer eben jenes Jahres 1978, wenige Wochen vor der Wahl von Papst Johannes Paul I., nahm mich mein väterlicher Bergkamerad Werner mit auf meine erste ganz große Tour  -  der noch viele folgen sollten  -  in die grandiose Bergwelt der Dolomiten.
Wofür ich Gott aus tiefstem Herzen danke.




Textzitat:  Andrea Lazzarini, Johannes Paul I.  1978
Bildquelle: Homepage Comune di Canale d'Agordo.



Dienstag, 16. Oktober 2012

Aggiornamento (2)

Dem obigen, unter Katholiken berühmt-berüchtigten Begriff aus dem Italienischen sowie der Frage, was der Selige Papa Roncalli bei der Eröffnung des Zweiten Vaticanums damit gemeint haben könnte beziehungsweise ziemlich sicher nicht gemeint hat, habe ich bereits vorige Woche einen Beitrag gewidmet und darin auf einen kompetenten kath.net-Artikel verlinkt. Soweit die Theorie.
Was die Praxis angeht, hat bereits vorletzten Sonntag ein Anonymus bei Echo Romeo ein Exempel statuiert, nämlich mit einer aggiornamento-mäßigen Version von Markus 10, 1-12.
Genial!  -   Bitte HIER entlang!


Samstag, 13. Oktober 2012

Fachkompetenz

Die Einlassungen eines NIchtkatholiken über die Moralauffassungen des Papstes sind ungefähr so bedeutend, als wenn sich der Papst über die Trainingsmethoden des AC Mailand äußerte.
Michael Klonovsky


Freitag, 12. Oktober 2012

Aggiornamento

Herr Dirk Tänzler, in die Jahre gekommener Berufsjugendlicher an der Spitze des Bundes der Deutschen Katholischen Jugend, hat sich zum Konzilsjubiläum in einer Weise geäußert, die nahelegt, dass er die Konzilsdokumente, auf die er sich beruft, nicht wirklich zur Kenntnis genommen haben kann, oder, falls doch, sie nicht verstanden hat oder nicht verstehen will. 

Vielleicht sollte er dafür wenigstens sich diesen leichtverständlichen, aber wohlfundierten kath.net-Beitrag  von Michael Gurtner zu Gemüte führen, in dem der Autor den von Papst Johannes XXIII. gebrauchten Begriff aggiornamento, den alle Konzils-"Geist"-Getriebenen gerne zitieren, ausführlich unter die philologische Lupe nimmt und, vom italienischen Sprachgebrauch ausgehend, darlegt, dass dieser sich gegen jede Verdeutschung sträubende Ausdruck 
als Kampfparole gegen Kirche, Tradition und Lehramt instrumentalisiert wurde, obwohl er eigentlich etwas ganz anderes bezeichnet.
Zu diesem nunmehr seit einem halben Jahrhundert virulenten Thema meinte Robert Spaemann höchst pointiert:
Der längere Aufenthalt in einer katholischen Buchhandlung ermutigt nicht, mit dem Psalmisten zu beten: "Du hast mir die Wege des Lebens bekanntgemacht." Man hat dort inzwischen gelernt, dass Jesus keineswegs Wasser in Wein verwandelt hat, dafür allerdings Einblicke in die Kunst gewonnen, Wein in Wasser zu verwandeln. Diese neue Magie trägt den Namen "Aggiornamento".






Donnerstag, 11. Oktober 2012

Unerhört, ...

... dieses Gerichtsurteil, von dem die Kunde via "Welt" und kath.net über den Ozean zu uns gedrungen ist  -  und ganz sicher höchst geeignet, die komplette Abtreibungs-Lobby in schäumende Wut zu versetzen:  Hat da eine Richterin in Buenos Aires sich doch tatsächlich erdreistet, eine Abtreibung zu untersagen  -  und das auch noch nach einer Vergewaltigung!  
Vermutlich wäre die Frau hierzulande ihres Lebens nicht mehr sicher.

Andrerseits habe ich selten eine Urteilsbegründung gehört, die  - oder täusche ich mich da? - von so glasklarer Vernunft und gesundem Menschenverstand getragen ist wie diese: Es sei nicht möglich, "ein Unrecht wiedergutzumachen, indem man ein noch schwereres und nicht umkehrbares Unrecht begeht."  
Chapeau, Madame!

Wie auch immer, die Stadt Buenos Aires hat schon mal Berufung gegen das Urteil angekündigt ...

Mittwoch, 10. Oktober 2012

"Atheist sein, ..."

... das hieße, Bach zu unterbreiten, er habe sein gesamtes Werk an die falsche Adresse gerichtet.

Michael Klovovsky

Montag, 8. Oktober 2012

Liturgie als Inkarnation

Die Sakramente der Kirche sind fortgesetzte Akte der Menschwerdung, der Unterordnung Gottes in die reiche Formenwelt seiner eigenen Geschöpfe.  Gott wurde Mensch nicht nur mit Herz und Seele, sondern auch mit Fingernägeln und Barthaaren.  So komplex, so staunenswert wie dies gottmenschliche Wesen will zeichenhaft auch die Liturgie sein, die dies Geheimnis darstellt.  Und so wie die Sünderin die Füße dieses Gottmenschen wusch und der Apostel Thomas seine Wunden betastete, so fragt der religiöse Mensch bei der Betrachtung des Leibes der Liturgie nicht danach, ob er alles richtig versteht, ob er gar mit Unnötigem, Veränderbarem, Verzichtbarem konfrontiert wird, sondern er möchte diesen Leib auch in seinen geringen und marginalen Teilen verehren und lieben.

Martin Mosebach,  Häresie der Formlosigkeit



Samstag, 6. Oktober 2012

Herbsttag






Herr:  Es ist Zeit.  Der Sommer war sehr groß.
Leg deinen Schatten auf die Sonnenuhren,
und auf den Fluren lass die Winde los.

Befiehl den letzten Früchten voll zu sein;
gib ihnen noch zwei südlichere Tage,
dränge sie zur Vollendung hin und jage
die letzte Süße in den schweren Wein.

Wer jetzt kein Haus hat, baut sich keines mehr.
Wer jetzt allein ist, wird es lange bleiben,
wird wachen, lesen, lange Briefe schreiben
und wird in den Alleen hin und her
unruhig wandern, wenn die Blätter treiben.

Rainer Maria Rilke



Donnerstag, 4. Oktober 2012

Ökumene mit Freimaurern?

Wem die "Ökumene" (im Sinne der jüngsten Politiker-Initiative) noch immer ein Herzensanliegen ist, der sollte diese Neuigkeit auf keinen Fall ignorieren: 
Vor 275 Jahren wurde in Hamburg die erste Freimaurer-Loge Deutschlands gegründet. Anlässlich dieses Jubiläums "fand zum ersten Mal in der Geschichte Deutschlands ... ein Freimaurer-Ritual  in einer christlichen Kirche statt", nämlich in der evangelisch-lutherischen Hauptkirche St. Michaelis, dem berühmten Wahrzeichen "Hamburger Michel":
Zum ersten Mal durften ausgewählte Zuschauer und die Presse bei einer Freimaurer-Zeremonie dabei sein. Sie mussten allerdings nach einer Viertelstunde die Kirche wieder verlassen, berichtet der NDR.
Interessant ...


Alles Nähere, vor allem zur Haltung des hanseatischen Protestantismus der Freimaurerei gegenüber  HIER bei kath.net.







Mittwoch, 3. Oktober 2012

"Denk ich an Deutschland ..."

                                  "... in der Nacht,
dann bin ich um den Schlaf gebracht."

So dichtete einst Heinrich Heine.
Deutlicher formuliert es, wenn auch in anderem Kontext, Martin Wind in der Tagespost: "An Deutschland denken und sich empören."  In einer schonungslosen Bestandsaufnahme (DT 2.10.12)  zum Tag der Deutschen Einheit legt er dar,
weshalb man bei der hehren Begrifflichkeit von der "Einheit Deutschlands" eher die gesellschaftlichen, moralischen und ethischen Verwerfungen sehen und spüren kann, als die staatliche Souveränität zu feiern.
Und zur Begründung holt er weit aus:
Während der Schulzeit in den 1970er und 1980er Jahren wurde einem eingetrichtert, dass wir Deutschen aufgrund unserer einzigartigen Vergangenheit besonders sensibel mit Mitmenschen umgehen müssen. Eines der immer wiederkehrenden Schlagworte ... war: "Nie wieder!"  Nie wieder sollten Menschen aufgrund ihrer Rasse, ihres Geschlechts, ihrer Religion oder wegen ihres "Andersseins" diskriminiert, verfolgt oder gar getötet werden. Im Grundgesetz steht dieser Grundsatz an erster Stelle!   Heute - 22 Jahre nach der Wiedervereinigung  -  muss man erleben, dass einige deutsche Mitbürger aus vorgeblich "humanen Gründen" anderen Menschen das Lebensrecht absprechen.
Dem kann man nur zustimmen. 

Ich möchte den Gedanken noch etwas verdeutlichend weiterführen: 
Aus dem "Nie wieder!" ist längst ein "Schon wieder" geworden.  Allen Beschwörungsritualen "gegen Rechts" zum Trotz haben sich gewisse "Errungenschaften" des Dritten Reiches mehr oder weniger klammheimlich durch die Hintertür wieder nach Deutschland eingeschlichen  -  mit kräftiger Nachhilfe durch die politische Führung:  Euthanasie, Eugenik, Selektion lebensunwerten Lebens, Verhütung erbkranken Nachwuchses, totaler Zugriff des Staates auf Kinder und Jugendliche.

Eine vernichtende, eine empörende Bilanz der letzten 22 Jahre, in der Tat!
Gibt's da irgendwas zu feiern


"Denk ich an Deutschland in der Nacht ...!"



Montag, 1. Oktober 2012

Patriarchat und "Pater noster"

Drei eher zufällige Beobachtungen an einem ganz normalen Montag in der Blogoezese, oder vielmehr in dem bescheidenen Ausschnitt daraus, den meine Blog-Liste repräsentiert:

Catocon untersucht die Auswirkungen der "vaterlosen Gesellschaft" (ein Topos seit A. Mitscherlichs Studie von 1963)  auf die Kirche. Er konstatiert, natürlich zu Recht, einen Zusammenhang der Krise des Glaubens an den Gott und Vater Jesu Christi mit der Krise des Priesters, den als "geistlichen Vater" niemand mehr so recht ernst nehmen mag.  "Die katholische Kirche hat kaum noch priesterliche Berufungen", so Catocon.  Und  er fordert, ebenfalls zu Recht, "Mut zum Patriarchat".

Der Herr Alipius meldet "Dramatisches":   Im gesamten skandinavischen Raum, in dem die Zahl der Katholiken mit 250 000  deutlich unter der Einwohnerzahl z.B. Mannheims liegt, bereiten sich derzeit sechzig (!)  junge Männer auf das Priesteramt vor  -  eine Zahl, die nicht sehr weit unter derjenigen sämtlicher deutscher Bistümer liegen dürfte.

Und Eduard Habsburg berichtet von einem Aufenthalt in der Zisterzienser-Abtei Heiligenkreuz im Wienerwald, wo es jährlich "-zig Berufungen zum Priesteramt gibt". 
Im Stift leben derzeit 82 Mönche mit einem Durchschnittsalter von 48 Jahren. Und die Homepage weiß noch mehr zu berichten:
Pater Dominik Nguyen aus der vietnamesischen Abtei Phuoc-Ly ist der erste unserer Studenten aus Vietnam, der die Priesterweihe erreicht hat. ...  Insgesamt studieren 8 Zisterzienser aus Vietnam bei uns, derzeit kommen aber 4 weitere dazu.  Da die Klöster in Vietnam mit Berufungen übergehen, sind die Äbte sehr dankbar, dass ihrem Nachwuchs diese Ausbildung ermöglicht wird.
(Vgl. dazu auch diesen  Beitrag)
Womit hinreichend erwiesen sein dürfte, dass oben zitierter Befund von Catocon in erster Linie nur für den geistlichen Trümmerhaufen gilt, den die deutsch-katholische Kirche derzeit darstellt.
Wie wohltuend, befreiend und heilsam ist es doch immer wieder, den eurozentrischen Tunnelblick auszuweiten auf die Una Sancta, die wahre Oikumene !




Samstag, 29. September 2012

Engel



 
Videte, ne contemnatis unum ex his pusillis:  dico enim vobis, quia Angeli eorum in caelis semper vident faciem Patris mei, qui in caelis est.
 
Habet acht, daß ihr keines von diesen Kleinen gering schätzet; denn Ich sage euch, ihre Engel im Himmel schauen immerfort das Angesicht Meines Vaters, der im Himmel ist.
 
 Aus dem Evangelium zum Fest des Hl. Erzengels Michael (Mt. 18)