Samstag, 28. April 2012

Kirche, Moral und Vernunft

Jene, die das Christentum zerstören wollen, meiden die Diskussion im Licht der Vernunft. Sie führen die Sünden der Kirche ins Feld, um die Mahnung der Kirche, von den Sünden umzukehren, endlich aus der Welt zu schaffen. Sie wettern gegen die Doppelmoral, weil sie die Moral nicht ertragen. Sie geben sich tolerant und pluralistisch, um den Anruf der Wahrheit endlich zum Schweigen zu bringen.
Gabriele Kuby,  Die Gender-Revolution, Kisslegg (5. Aufl.) 2011


Freitag, 27. April 2012

Wort zum Sonntag

Endlich hat mal einer Klartext geredet.  
Endlich weiß man, woran man ist, als Christenmensch, der seinen Glauben ernst zu nehmen versucht, sich um Treue zur Heiligen Mutter Kirche und um Gehorsam gegenüber dem Magisterium bemüht, die Tradition achtet und dem  -  wie dem Schreiber dieses  -  der ganze deutsch-katholische Mainstream-Zirkus mit seinem penetranten Laienverbands-Jahrmarkt der Eitelkeiten und Beliebigkeiten täglich empfindlicher auf die Nerven fällt!
Endlich ist klargestellt, wessen man sich als solcher denn eigentlich schuldig macht.
Der Vorwurf lautet:  Eindeutigkeit!

Also sprach Pfarrer Wolfgang Beck aus Hannover im ARD-Wort zum Sonntag:
Egal, ob Piusbrüder, ob evangelikale Gruppierungen oder muslimische Salafisten, denen wir in diesen Wochen in den Fußgängerzonen begegnen können: Sie alle haben mehr gemeinsam, als ihnen wahrscheinlich lieb ist. Vor allem dieses Bemühen um größtmögliche Eindeutigkeit.
Danke, Herr Pfarrer, jetzt wissen wir's: Eindeutigkeit  ist von Übel, gell?  Sie riecht nämlich nach  Fundamentalismus!

Alles Weitere und Nähere, die Reaktionen von Seiten der Evangelikalen und die spaßige Rolle, in die der intervenierende "Medienbischof" Gebhard Fürst dabei geschlüpft ist, lese man, so man denn Lust  hat, unter diesen beiden Links nach.








Dienst an der Wahrheit

An den Hl. Bruder Konrad wurde am vergangenen Samstag an dieser Stelle erinnert, den Bauernsohn aus Niederbayern, den von jeher das einfache Landvolk besonders verehrt hat.
Nur zwei Stationen hatte Bruder Konrads Leben: Parzham, seinen Geburtsort unweit von Passau, und Altötting, wo er im Kapuzinerkloster einundvierzig Jahre lang, beinahe bis zum letzten Tag seines irdischen Daseins, dem 21. April 1894, den Dienst des Pförtners versah. Ein stilles, innerliches, ganz unauffälliges Leben. Aber welche Leuchtkraft muss von ihm ausgegangen sein!

Kein größerer Gegensatz zu Bruder Konrad, dem rein äußeren Lebensbild nach, lässt sich denken als der Heilige des heutigen Tages: Petrus Canisius.


  
Als erster Deutscher wurde er im Jahre 1543 in die Societas Jesu aufgenommen, was den Beginn eines beispiellosen Wirkens markiert, eines Lebens im Dienst der Katholischen Reform, also des Wiederaufbaus der Kirche nach den Stürmen der Reformation, in der zweiten Hälfte des 16. Jahrhunderts. Für diese Leistung hat man ihm den Ehrentitel "Zweiter Apostel der Deutschen" (nach dem Hl. Bonifatius) zuerkannt  -  für die Protestanten natürlich ein Ärgernis.
Tausende von Kilometern hat Petrus Canisius in diesem halben Jahrhundert  auf Reisen zwischen Italien, Österreich,  Polen, den Niederlanden, der Schweiz  und eben dem Heiligen Römischen Reich Deutscher Nation zurückgelegt.  Er war tätig als Berater beim Konzil von Trient, als Berater von Bischöfen und Fürsten, darunter Kaiser Ferdinand I., als Gründer der Jesuiten-Kollegien von München, Würzburg und Innsbruck, als Organisator und Leiter der Oberdeutschen Ordensprovinz, als Administrator der Diözese Wien. Daneben hielt er Predigten in zahlreichen Städten, Vorlesungen an den Universitäten Wien und Ingolstadt und verfasste drei Katechismen. 
Im Jahr der Heiligsprechung  1925  schrieb  P. Peter Lippert SJ*:   
Welch ein Mensch war denn also Petrus Canisius persönlich, innerlich, in seiner intimsten Menschlichkeit? Da stehen wir zunächst vor einem großen Dunkel, ja man möchte fast sagen, vor dem Nichts. Es gibt wohl wenig Beispiele wie dieses, wo die Menschlichkeit, die Persönlichkeit so vollständig aufgeht im Werk. Petrus Canisius ist sein Lebenswerk. Seine Arbeiten und Leistungen verdecken ihn nicht bloß, sie scheinen ihn gänzlich aufzuzehren, so dass nichts mehr übrigbleibt, wenn wir diese Leistungen aussondern.

Und P. Roman Bleistein SJ interpretierte 1980 die Botschaft des Heiligen an unsere Zeit wie folgt*:
Die Radikalität dieses Aufgehens im Dienst und dieser Weggabe an die objektive Wahrheit ist für den heutigen Menschen unverständlich.  Sie provoziert ihn, weil er oft nur eines kennt:  sich  - und deshalb wird für ihn nur wesentlich:  sein subjektiver Zugang zur Wahrheit, sein persönliches Leben in der Kirche, sein je neuer, individueller, lebenslang sich verändernder Vollzug des Glaubens. So schön und wichtig dieser personale Glaube auch ist  -  er gerät dort an seine Grenzen, wo er vor lauter Spitzfindigkeiten und Ängstlichkeiten nicht mehr die herausfordernde Härte der christlichen Botschaft zu realisieren vermag ("Diese Rede ist hart." Joh 6,60), wo er seine Kritik an der Kirche nicht zuerst am Anspruch der Kirche, sondern an der subjektiven Vorliebe seiner Lebenserfahrungen misst. Damit aber löst sich der Glaubensgehorsam in jene leidvolle Beliebigkeit des modernen Menschen auf, die das Bleibende verliert, um das Wechselnde festzuhalten.
Ist es möglich, diesem Subjektivismus, der am Ende doch mehr Freiheit gefährdet als bringt, zu entkommen?  Wird ein Plädoyer für den Vorzug der objektiven Wahrheit und der Institution überhaupt verstanden?  Vielleicht hilft diese Einsicht weiter: Der Mut zur Sache Jesu wird dort am glaubwürdigsten, wo er zugleich der Mut zur Sache der Kirche ist; denn Jesus ist Mensch geworden, auch und gerade in einer menschlichen Kirche. Damit aber ist der Gläubige aufgefordert, sich wegzugeben in die Wahrheit, die ja nicht zuerst die seine ist (ist sie doch als Offenbarungswahrheit die Wahrheit Gottes), und sich einzulassen mit einer Gemeinschaft, die nicht nach ihm heißt (als Gemeinschaft Müller oder Huber  -  man könnte hier auch ganz aktuelle Namen von heutigen Theologen einsetzen!), sondern die Gemeinschaft Jesu, also Kirche Jesu Christi heißt.
Haben wir die Botschaft verstanden?

Lassen wir zum Schluss diesen großen Heiligen selbst zu Wort kommen*, in seinem Geistlichen Tagebuch (2. September 1549):
Du weißt, o Herr, wie sehr und wie oft Du mir ... Deutschland anvertraut hast, für das ich beständig Sorge trage und all meine Kräfte einsetzen sollte.  Mein Verlangen war, für Deutschland zu leben und zu sterben ...
Dieses Land, scheint mir, hat den Beistand seines Zweiten Apostels derzeit so nötig wie selten zuvor.  Bitten wir ihn darum.



*Zitate nach: Deutsche Glaubenszeugen, hg.v. E. Spath, Freiburg/Br. 1980
Bildquelle: Link


Mittwoch, 25. April 2012

Balanceakt nach vorne

Die neu ernannte "Botschafterin für das Reformationsjubiläum", Frau Margot Käßmann, im Interview mit der Tagespost (24.4.12):
Die Frage ist: Wie schaffen wir es, 2017 nicht eine Spaltung zu feiern, sondern das Jubiläum auch ökumenisch zu begehen. Ich sehe das schon als einen Balanceakt, aber er kann und wird gelingen. Zum einen ist zwar klar, aus einer Kirche sind zwei geworden. Dabei sind die Kirchen der Reformation nicht eine neue, das ist uns Evangelischen wichtig, sondern gleichermaßen wie die römisch-katholische Teil der einen Kirche, die sich vor 500 Jahren in zwei verschiedene Wege aufgespalten hat. Aber heute würde jeder Protestant oder Katholik auch sagen, wir sind uns in dieser säkularen Welt näher als gegenüber den Religions- und Kirchenfernen.
Na, das ist doch schon mal was!  Sehr schön gesagt, Frau Käßmann!
Aber das Beste kommt noch:

Wir müssen es schaffen, das Jubiläum ökumenisch auszurichten, nicht rückwärts zu denken, sondern vielmehr nach vorne, das sind für mich die beiden zentralen Aufgaben.

Nun käme es bei diesem akrobatischen Drahtseil-Akt nur noch darauf an, zu wissen, wo denn eigentlich genau bei Frau Käßmann "vorne" ist.  Aber darüber ist aus diesem Interview leider nichts Konkretes mehr zu erfahren ...

(Hervorhebungen von mir. Sev.)



Montag, 23. April 2012

Latein (2)

Henry Ford wurde vom Papst in Privataudienz empfangen. Er fragte den Heiligen Vater, ob er eine Bitte tun dürfe.
"Gewiss, mein Sohn", sagte der Papst huldvoll. "Um was handelt es sich?"
"Heiliger Vater!  Ich bitte sehr darum, anzuordnen, dass in der heiligen Messe an nicht zu unauffälliger Stelle der Name Ford gesprochen wird."
"Aber, mein Sohn!" sagte der Papst leicht entsetzt, "das können Wir nie und nimmer!"
"Darf ich dann wenigstens Eure Heiligkeit bitten, dass der Name der Konkurrenz aus der Messliturgie gestrichen wird?"
"Konkurrenz?"
"Ja, Heiliger Vater:  Fiat voluntas tua." 

Aus: G. Kranz, Schmunzelkatechismus

Samstag, 21. April 2012

"Das Kreuz ist mein Buch"

  
Zum Namensfest des Hl. Br. Konrad von Parzham




Meine Lebensweise besteht nun meistens darin: lieben und leiden, in Staunen und Anbeten bewundern die namenlose Liebe zu uns armen Geschöpfen.  
In dieser Liebe meines Gottes komme ich an kein Ende.  Da hindert nichts, da bin ich auf das innigste vereinigt.  Auch bei meinen vielen Geschäften bin ich oft um so inniger mit ihm vereinigt.  Das Kreuz ist mein Buch.  Nur ein Blick auf das Kreuz lehrt mich in jeder Gelegenheit, wie ich mich zu verhalten habe.




Text: Br. Konrad, zit. nach: Deutsche Glaubenszeugen, hg. E. Spath,  Freiburg/Br. 1980
Bild: Bruder Konrad-Statue bei der Pfarrkirche St. Martin, Ottersheim bei Landau/Pfalz
Foto: Wilhelm Neu  -  Herzlichen Dank an: Kreuzwege - Wegkreuze !






Donnerstag, 19. April 2012

Eine Bilanz ...

... der ersten sieben Jahre des Pontifikats Benedikts XVI. zieht die römische Tageszeitung Il Messaggero:
Benedikt XVI. ist der älteste Pontifex seit Leo XIII.  Er hat bisher 23 Auslandsreisen gemacht und 26 italienische Städte besucht, vier Synoden und drei Weltjugendtage eröffnet, drei Enzykliken und drei Bücher geschrieben und etwa 1000 Ansprachen gehalten.  Er hat die kirchlichen Finanzen geordnet und der Vatikanbank größere Transparenz auferlegt, gegen Pädophilie gekämpft und alles getan, um das Schisma der Lefebvrianer zu beenden (bislang leider erfolglos):  nicht schlecht für einen Mann, der vor seiner Wahl eigentlich in Bayern in den Ruhestand gehen und sich theologischen Studien widmen wollte.
Dem ist nicht viel hinzuzufügen.
Ad multos annos, Santo Padre !  Wir stehen im Gebet an Ihrer Seite !


Fundort:  Die Tagespost, 19.4.12

Montag, 16. April 2012

Glauben Sie ...?

Aus einem Interview der Korinthischen Allgemeinen Zeitung (KAZ, Ausgabe vom 7.4.55) mit dem Völkerapostel Paulus:

KAZ:          Glauben Sie an die Auferstehung?
Paulus:      Da gelangen wir an die Grenzen unserer Erkenntnis. Da stammelt ja auch die Bibel nur mehr herum. Aber die Botschaft ist klar: ...  Es gibt eine Auferstehung für jeden, lange schon vor dem Tod. Für jeden ist immer eine kleine Auferstehung im täglichen Leben möglich  -  man kann sein Leben immer neu beginnen ...
Nein, natürlich nur ein schlechter Scherz. Oder vielmehr ein Gedankenspiel, wie es ungefähr hätte klingen müssen, wäre die Kirche Christi schon nach zwei bis drei Jahrzehnten am Ende gewesen ...
Die authentische Aussage des Hl. Paulus zum Thema ist nachzulesen im 15. Kapitel des Ersten Korintherbriefes, während obiges Statement  (hier im Kontext)  vom geistigen Oberhaupt einer "Initiative" stammt, welche sich einbildet, die wahre Kirche zu repräsentieren und dies durch "Ungehorsam" dokumentieren zu sollen.
"Glauben Sie ...?"   -   "Da gelangen wir an die Grenzen ..."
Allerspätestens an diesem Punkt muss sich doch die Frage aufdrängen, warum, wie und wozu in aller Welt dieser Herr Schüller denn eigentlich Priester geworden ist.

Samstag, 14. April 2012

Latein

Meine absolute Lieblings-Anekdote zur lateinischen Liturgie geht so:

Ein protestantischer Rittmeister nahm an einer katholischen Trauung teil. Nach dem Brautamt sagte er dem Pfarrer: 
"Hat mir tadellos gefallen, wie Sie das machen!  Vor allem großartig finde ich, dass im Frühling auch die Pferde gegrüßt werden sollen."
"Die Pferde?" wunderte sich der Pfarrer.
"Ja, ja.  Hab genau aufgepasst:  Vere dignum et justum est, aequum et salutare."

Aus:  G. Kranz, Schmunzelkatechismus

Mittwoch, 11. April 2012

Bitte und Lob

Ich will nicht Gott darum bitten, dass er mir gebe; ich will ihn auch nicht dafür loben, dass er mir gegeben hat.  Ich will ihn vielmehr bitten, dass er mich würdig mache zu empfangen, und will ihn dafür loben, dass er der Natur und des Wesens ist, dass er geben muss.  Wer aber Gott dies rauben wollte, der raubte ihm sein eigenes Sein und sein eigenes Leben.
Meister Eckehart


Dienstag, 10. April 2012

"Wo wohnt Gott?"

Mit dieser Frage überraschte der Kozker einige gelehrte Männer, die bei ihm zu Gast waren. Sie lachten über ihn: "Wie redet Ihr!  Ist doch die Welt seiner Herrlichkeit voll!"
Er aber beantwortete die eigene Frage:
"Gott wohnt, wo man ihn einlässt."
 Martin Buber


Montag, 9. April 2012

Heimkehr nach Jerusalem


"Christus in Emmaus" von Rembrandt (1648)

So erreichten sie das Dorf, zu dem sie unterwegs waren.
Jesus tat, als wolle er weitergehen, aber sie drängten ihn und sagten:  Bleib doch bei uns; denn es wird bald Abend, der Tag hat sich schon geneigt.  Da ging er mit hinein, um bei ihnen zu bleiben.  Und als er mit ihnen bei Tisch war, nahm er das Brot, sprach den Lobpreis, brach das Brot und gab es ihnen.  Da gingen ihnen die Augen auf, und sie erkannten ihn; dann sahen sie ihn nicht mehr. 
Und sie sagten zueinander:  Brannte uns nicht das Herz in der Brust, als er unterwegs mit uns redete und uns den Sinn der Schrift erschloss?  Noch in derselben Stunde brachen sie auf und kehrten nach Jerusalem zurück, und sie fanden die Elf und die anderen Jünger versammelt.  Diese sagten:  Der Herr ist wirklich auferstanden und ist dem Simon erschienen.  Da erzählten auch sie, was sie unterwegs erlebt und wie sie ihn erkannt hatten, als er das Brot brach.
  Lukas  24, 28-35


Die Erzählung von den Emmaus-Jüngern scheint wie eine bildliche Darstellung des Wortes von Thomas von Aquin, die Eucharistie sei "Wegzehrung zur Herrlichkeit". Dieser Bericht lässt endgültig deutlich werden, dass Heilung im biblischen Sinn etwas wesenhaft anderes bedeutet als die Behebung von Symptomen. Von Heilung kann nur so lange nicht die Rede sein, wie wir nicht erfahren haben, was Begegnung mit dem Heil bedeutet: was es bedeutet, "nicht mehr Fremde ohne Bürgerrecht zu sein, sondern Mitbürger der Heiligen und Hausgenossen Gottes" (Phil 2,19).  Die ganze Heilung des ganzen Menschen kann erst dann Wirklichkeit werden, wenn wir uns ganz eingliedern lassen in die Gemeinschaft der Heiligen und zu Gliedern des Leibes Christi werden.
Das Brot gebrochen hatte Jesus den Jüngern schon einmal. Diese Geste war ihnen vertraut. Daran erkannten sie ihn. Aber zwischen den beiden Begegnungen lag eine Ewigkeit. Dazwischen lagen Tod und Auferstehung. Sie waren jetzt nicht mehr allein. Genau darin bestand ihre Heilung: Sie gehörten jetzt zu ihm. Endgültig - sie waren Glieder seines Leibes geworden, der Kirche.
"Dann sahen sie ihn nicht mehr."  Aber sie wussten, dass er da ist. Er war wahrhaftig von den Toten auferstanden!  Und er hatte Tote auferstehen lassen!  Auch sie waren Auferstandene. Sie waren gestorben vor Angst. Aber jetzt lebten sie wieder. Er hatte ihre Angst auf sich genommen. An seinen Händen und Füßen trug er noch die Wunden: ihre Wunden trug er jetzt. Durch seine Wunden waren sie geheilt.
"Noch in derselben Stunde brachen sie auf und kehrten nach Jerusalem zurück."  Die Stadt ihres Versagens wurde zur Stadt ihres Triumphes mit ihm. Die Mauern leuchteten, wie nur Jerusalem leuchten kann!  Die Stadt brannte, weil ihre Herzen brannten.
"Er ist wahrhaftig auferstanden."  Das war das einzige, was es mitzuteilen gab. Es war die einzige Wirklichkeit, die zählte. Durch sie war alles heil geworden. Mit ihr begann eine neue Schöpfung. Sie ließ einen neuen Himmel und eine neue Erde erahnen: eine neues Jerusalem, das schon ganz erfüllt war von der Wirklichkeit des Lammes.

Michael Marsch:  Heilen.  Biblische Grundlagen des Heilungsauftrags der Kirche.  Heiligkreuztal 1987

Bildquelle: Link

Sonntag, 8. April 2012

Resurrectio Domini

 


Allen Lesern und Besuchern dieses Blogs 
wünsche ich Frieden und Freude 
in der Gemeinschaft mit Christus, dem Auferstandenen.



Bild: Ravenna, S. Apollinare in Classe, Apsismosaik
(im Besitz des Autors) 




Mittwoch, 4. April 2012

Dienstag, 3. April 2012

Fortschritt (2)

Was hat der Erzbischof von Wien, Kardinal Schönborn, sich dabei wohl gedacht? Einen Homosexuellen, der in seiner Lebensführung offen die Glaubens- und Sittenlehre der Kirche missachtet,  hat der Kardinal nicht nur als gewählten Pfarrgemeinderat in seiner Erzdiözese bestätigt, sondern ihm auch öffentliche Anerkennung "für seine gelebte Dienstbereitschaft" ausgesprochen.
Fast noch bedenklicher wirkt die dazu veröffentlichte begründende Erklärung des Erzbischofs. Von "Lebendigkeit" und "Vielfalt heutiger Lebens- und Glaubenswege" ist da die Rede: Sprachspiele, wie man sie bisher aus dem Wortschatz von Gender-Ideologen zur Genüge kennt  -  aus dem Mund eines Kardinals der Heiligen Kirche klingen sie in solchem Kontext denn doch (noch?!) etwas ungewohnt.  Da hat offenbar einer kapituliert.

Als "Fortschritt" begrüßte der frischgebackene Pfarrgemeinderat die Entscheidung des Erzbischofs und seines Bischofsrates. Die Kirche werde dadurch "offener".

In summa:  Fortschritt -  was heißt das in diesem Fall anderes als: Relativismus auf dem Vormarsch. Mitten in der Kirche!
Hier die Meldung bei kath.net und hier ein ausführlicher Kommentar von Catocon.
Update: Predigt von Kardinal Schönborn auf kath.net 

Montag, 2. April 2012

Fortschritt

Die Geschichte wird nicht von den Menschen gemacht: Die Menschen sind der Geschichte unterworfen, wie sie der Geographie unterworfen sind. Übrigens ist die Geschichte mit der Geographie funktionell verbunden. 
Die Menschen versuchen, die Geographie zu verbessern, indem sie die Berge durchbohren und die Flüsse umlenken, und indem sie so tun, bilden sie sich ein, der Geschichte einen anderen Lauf zu geben, ändern aber schon gar nichts, weil eines schönen Tages alles zugrunde gehen wird. Und die Gewässer werden die Brücken verschlingen und die Dämme durchbrechen und die Gruben überschwemmen; die Häuser und die Paläste und die Hütten werden einstürzen, und das Gras wird aus den Ruinen wachsen, und alles wird wieder zu Erde. Und die Überlebenden werden mit Steinwürfen gegen die Tiere kämpfen müssen, und die Geschichte wird wieder beginnen.
Die übliche Geschichte.
Und dann, nach dreitausend Jahren, werden sie unter vierzig Meter Schlamm einen Wasserhahn und eine Fiat-Drehbank entdecken und sagen: "Schau dir das nur einmal an!"
Und sie werden sich schrecklich bemühen, dieselben Dummheiten der vergessenen Vorfahren zustande zu bringen. Weil die Menschen  unglückliche Geschöpfe sind, zum Fortschritt verurteilt, und dieser Fortschritt sie unvermeidlich verleitet, den alten Gottvater durch funkelnagelneue chemische Formeln zu ersetzen. Und so wird zum Schluss dem alten Gottvater die ganze Sache lästig, er bewegt um ein Zehntelmillimeter das letzte Glied des kleinen Fingers seiner linken Hand, und die ganze Erde fliegt in die Luft.



 

Text: Giovannino Guareschi, Mondo Piccolo Don Camillo. Salzburg 1950 (übers. v. A. Dalma)
Zeichnung: Giovannino Guareschi, aus: Don Camillo e Peppone. Racconti scelti. Stuttgart 2008