Samstag, 10. Februar 2018

Herde, Wölfe und Hirte

"Wenn der Hirte die Wölfe zur Herde rechnet, sind die Schafe verloren."
... bemerkt in seinem online-Tagebuch Nicolaus Fest und meint mit den Schafen das Häuflein Christen, das es  "in diesem unserem Lande" (H. Kohl) ja auch noch geben soll.  
Wer wissen möchte, wen er mit den Wölfen und vor allem mit dem Hirten metaphorisch im Blick hat, der kann das  -  und noch mehr  -   HIER nachlesen.

Annotatiuncula:  Mir scheint, bei letzterem handelt es sich nicht einfach nur um den "Mietling" aus dem zehnten Kapitel des Johannes-Evangeliums, der sich eilig davonmacht, wenn die Wölfe kommen,  - sondern um einen, der vorher auch noch das Stalltor sperrangelweit aufreißt!





Kommentare:

  1. Herde und Hirten bewegen derzeit sichtlich nicht dieselben Gedanken. Während ihre pflichtvergessenen Hirten denken, mit dem Wolfsrudel einen „konstruktiven Dialog“ über die tiefer liegende Problematik der Überwindung des Wolf/Lamm-Antagonismus zu führen, sind unerkannt Teile des Rudels in Schafspelzen bereits mitten in die Herde eingedrungen. Dies gelang, da den Hirten die Unsinnigkeit eines Schutzgitters und die Abschaffung der Hirtenhunde vom Rudel erfolgreich vermittelt werden konnte. Begünstigt wurde dies durch „vertiefte Überlegungen“ gerade deutscher Hirten, wonach Wolfsrudel überhaupt erst durch Hirtenhunde und Schutzgitter entstehen – verschwinden letztere, werden auch die Wölfe verschwinden, da sei man sehr zuversichtlich. Der ins Auge springende Zusammenhang zwischen beiden Komponenten sei dem Rudel „im geduldigen Dialog“ zu verdeutlichen. Wobei schlaue Hirten aus Bologna die Meinung vertraten, dass „Wölfe“ überhaupt bestenfalls eine Metapher sei, so etwas gebe es eigentlich gar nicht (und Hirten und Schafe auch nicht, dies kann man aber halt noch nicht laut sagen...).
    Andere Sorgen haben derweil die Schafe, in deren Reihen die getarnten Wölfe ein Tier nach dem anderen reißen. Sie können auch der Vorstellung, doch gleich die Wölfe als Hirtenhunde zu verpflichten, wenig abgewinnen. Überhaupt haben sie bedauerlicherweise für die Feinheiten vertiefter Überlegungen wenig Gelegenheit, da sie ausreichend beschäftigt sind, ihr nacktes Leben vor den Wölfen zu retten, die völlig ungehindert im Pferch jagen. Leider ist auch nun das gegenseitige Vertrauen wie weggeblasen: mißtrauisch beäugt man einander, zu welcher Hirtenfraktion das andere Schaf wohl gehören möge - eventuell auch ein Wolf im Schafspelz?
    Auch, dass der Oberhirte augenzwinkernd mit den Wölfen schäkert, während er über seine anbefohlenen Schäflein nur mit abgrundtiefer Verachtung hinweg blickt und sie beschimpft, mag diese nicht zu stärken. Locker scherzend gibt er bekannt, dass er die Ammenmärchen von reißenden Wölfen sowieso nicht ernst nimmt, man müsse halt miteinander auskommen lernen, ärgerlich geht er mit der an seinen Lippen hängenden Anhängerschar etwas beiseite, da die Todesschreie der gerissenen Schafe seine wohlklingende Ansprache zu übertönen drohen.
    Wird der wahre Hirte bei seiner Rückkehr überhaupt noch eine Herde vorfinden?
    Ja, aber sie wird gemäß Lukas 12,32 klein sein.
    Vermutlich sehr klein...

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