Sonntag, 10. Juni 2012

Fußball-Nostalgie

Da wären also die ersten drei EM-Punkte für das DFB-Team unter Dach und Fach, wenn auch nicht ohne das Glück des Tüchtigen!

Vor vier Wochen, anlässlich des BVB-Doubles, schwelgte ich noch in nostalgischen Erinnerungen an meine alte Liebe, die Dortmunder Borussia, und als ich dann äußerte, mit derlei opahaftem Geschwafel aufhören zu wollen, kamen missbilligende Pfiffe aus der Fan-Kurve.
Na gut, dachte ich. Schadet ja nichts, zur aktuellen EM die Großtaten der Altvorderen noch ein wenig gebührend ins Licht zu rücken. 
Also:



WM 1966 in England.  Letztes Vorrundenspiel Deutschland - Spanien in Birmingham. Unser Gegner führt  0:1. In der deutschen Elf stehen drei Dortmunder: Hans Tilkowski, mein Idol, im Tor, dazu die beiden Akteure der folgenden Szene: 38. Minute, ich sehe es noch vor mir, Einwurf auf der linken Seite in Höhe des gegnerischen Strafraums,  Sigi Held  steil auf seinen Kumpel Lothar Emmerich.  Der lässt das Leder (jawohl, damals waren die Bälle noch aus echtem Leder und wurden auch so genannt!)  - Emma  lässt also das Leder ein-, zweimal auftropfen, erwischt es knapp vor der Torauslinie,  alles lauert vor dem Tor auf die Hereingabe  -  und was macht  Emma?  -  Hämmert das Ding mit Vehemenz unter die Latte! Einfach so. Unmöglich.  1:1.


In der  84. Minute besorgt Uwe Seeler das 2:1.  Gruppensieg.
Der Rest ist Geschichte:  4:0 gegen Uruguay,  2:1 gegen die Sowjetunion.  Und im Finale unterliegt unsere Elf in Wembley dem Gastgeber mit 2:4 in der Verlängerung durch zwei irreguläre Tore.  Aber das haben wir den Engländern ja mittlerweile gründlich heimgezahlt.

Das also war Emma.  Der Treffer gegen die Spanier blieb sein einziger im Turnier; nach der WM ist er alsbald wieder von der großen Fußballbühne verschwunden. Und vor neun Jahren musste er auch allzu früh von der Bühne des Lebens abtreten.
Dieses  Highlight der deutschen Fußballgeschichte wird bleiben, Emmas verrücktes Ding aus unmöglichem Winkel, Birmingham 1966.


Bildquelle:  Kurt Lavall: Berühmte Spieler  -  berühmte Tore.  Bonn-Röttgen  1974

Kommentare:

  1. Antworten
    1. Finde ich auch. Bisher war es im Net nicht zu entdecken. Und es ist fast noch besser als das einschlägige Youtube-Video!

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