Samstag, 20. Juli 2013

In memoriam Bert Trautmann



Nach Ottmar Walter (16.6.) ist nun in diesem Sommer ein zweites großes deutsches Fußballerleben zu Ende gegangen, ein hierzulande eher unbeachtetes, und doch ganz außergewöhnliches, dessen Bedeutung weit über die vier Eckfahnen hinausreicht:  Gestern ist im Alter von 89 Jahren in seinem spanischen Wohnort Bert Trautmann verstorben.

Bert (eigentl. Bernd) Trautmann, geboren 1923 in Bremen, kam 1945 als Kriegsgefangener nach England. Dort fiel er bald durch überdurchschnittliche Leistungen als Fußballtorwart auf und blieb nach dem Krieg auf der Insel.  Als 1949 Manchester City ihn verpflichtete, kam es gegen den "Kraut" zu wütenden Massenprotesten, die Trautmann aber durch überragende Leistungen zum Schweigen brachte.  Spätestens nachdem er im englischen Pokalfinale 1956 (3:1 gegen Birmingham)  die letzte Viertelstunde mit einem gebrochenen Halswirbel, also (unwissentlich) unter Lebensgefahr,  durchgestanden hatte, war ihm der Status einer britischen Fußball-Legende sicher. Der Deutsche wurde im sportbegeisterten England zu einem der gefeiertsten und höchstgeehrten Sportler.
Schade, dass der Weltklasse-Keeper Bert Trautmann nie ein Länderspiel bestreiten konnte. Denn als der DFB sich endlich entschloss, "Legionäre" in seine Auswahl zu berufen, war es für ihn zu spät.

Bert Trautmanns Leben steht als Symbol dafür, dass die völkerverbindende Begeisterung für den Fußballsport Vorurteile, Feindschaft und Hass überwinden kann.

Requiescat in pace.


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