Dienstag, 14. April 2015

Goethe und Grass, nebeneinander

Ich habe die nicht gewählt, ich habe nie eine(n) von denen gewählt und fühle mich also schuldlos, wenngleich durchaus angewidert, in einem Land zu leben, wo dergleichen exorbitante Dümmlichkeiten aus offiziellem Munde allzeit möglich und zu gewärtigen sind.  In einem Kulturstaat wäre dergleichen undenkbar.

Michael Klonovsky  (Acta diurna, 14.4.15)  zur Äußerung von "Kulturstaatsministerin" Grütters (CDU), "das Vermächtnis von Günter Grass werde neben dem von Goethe stehen"





Kommentare:

  1. Liest sich fast wie ein echter Reich-Ranicki. Dachte an der Stelle schon an das schöne Sprichwort "Schöne Grüße aus dem Jenseits". ;-)

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    1. Ja, der Klonovsky pflegt schon eine elegante Diktion. Aber dieser Klartext zu Grass wäre bei R.-R. doch schwer vorstellbar (gewesen ;-)

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  2. Naja, Goethe ist in meinen Augen ähnlich überbewertet wie Grass. Insofern passt die Äußerung der Kulturstaats-Ministerin schon. Neben echten Giganten wie Hölderlin, Rilke oder Jahnn sehen beide alt aus.

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    1. Mag sein - soweit das Deine persönliche Einschätzung ist! Worum es bei dem dämlichen Geschwafel dieser Kulturtante (und anderer) aber eigentlich geht, hat Klonovsky schon richtig verstanden: weniger um die literarhistorische Einordnung des Verblichenen (was die Schwafler geistig eh überfordern dürfte) als vielmehr um dessen Apotheose als Schutzheiliger des linken Zeitgeistes !

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