Donnerstag, 23. August 2012

Flexibilität

Meinungen muss man heute  -  je nach Stimmung  -  ein- und ausknipsen können wie Nachttischlampen.  Sonst gilt man schnell als "intolerant".

Josef Bordat



Mittwoch, 22. August 2012

Fortschrittsbremsen

Die Haupthindernisse des Fortschritts heißen:  Distinktion, Manieren, Schamgefühl, Loyalität, Religion, Kultiviertheit, Männlichkeit, Weiblichkeit, Kinderreichtum, Heimatverbundenheit.
Michael Klonovsky



Montag, 20. August 2012

"Korrekte Betroffenheit"

Die nicht so recht glaubwürdigen Betroffenheits-Rituale der heldInnenhaften Pussy-Riot-SympathisantInnen haben Alipius und Johannes schon gestern analysiert und völlig angemessen kommentiert und vor allem in den richtigen Kontext gerückt.  Nepomuk hat noch eins draufgesetzt.   
Danke  -  mehr und Besseres ist dazu vorerst nicht mehr zu sagen!

Doch noch ein Update: HIER ultimativer Beitrag vom Herrn Alipius!
Und HIER bei Pro Spe Salutis!






Sonntag, 19. August 2012

Ehrwürdig und liebenswert


Die Menschen haben Verachtung für die Religion; sie hassen sie und haben Angst, sie sei wahr.  Um sie davon zu heilen, muss man zunächst zeigen, dass die Religion der Vernunft nicht widerspricht, dass sie ehrwürdig ist, und ihr Achtung verschaffen;  dann muss man sie liebenswert machen, in den Guten die Sehnsucht wecken, dass sie wahr sei; und endlich zeigen, dass sie wahr ist.
Ehrwürdig, denn sie hat den Menschen gut erkannt;  liebenswert, denn sie verspricht das wahre Gut.



Blaise Pascal, der geniale französische Mathematiker und Physiker, war wohl der erste große Denker der Aufklärung, der sich der damals beginnenden Auseinandersetzung zwischen moderner Naturwissenschaft und christlichem Offenbarungsglauben bewusst gestellt hat.  In seinem fragmentarischen, aber wirkmächtigen Werk Pensées (Gedanken), dem obiges Zitat entnommen ist, nimmt eine Apologie der christlichen Religion die zentrale Stelle ein.
Blaise Pascal starb heute vor 350 Jahren, am 19. August 1662, im Alter von 39 Jahren.

Lesenswerter Beitrag auf kath-info zum heutigen Tag! 


Textzitat und Bild aus:  
Blaise Pascal,  Gedanken.  Übers. v. W. Rüttenauer.  Birsfelden-Basel  o.J.

Samstag, 18. August 2012

Klartext ...

...  geredet hat Hartmut Steeb, Generalsekretär der Evangelischen Allianz, in einem Interview mit kath.net:
Es ist die Menschenrechtskatastrophe Nummer 1, dass Abtreibungen in diesem Ausmaß stattfinden.
Danke, Herr Steeb! 


Realität und Ideal


Wir alle müssen darauf vorbereitet sein, dass das Leben uns den Glauben an das Gute und Wahre und die Begeisterung dafür nehmen will.  Aber wir brauchen sie ihm nicht preiszugeben.  Dass die Ideale, wenn sie sich mit der Wirklichkeit auseinandersetzen, gewöhnlich von den Tatsachen erdrückt werden, bedeutet nicht, dass sie von vornherein vor den Tatsachen zu kapitulieren haben, sondern nur, dass unsere Ideale nicht stark genug sind, weil sie nicht rein und stark und stetig genug in uns sind.
Albert Schweitzer
 



Freitag, 17. August 2012

Salz der Erde (Mt 5,13)

Christen werden nicht dadurch interessant, dass sie sind wie alle anderen, sondern dadurch, dass sie anders sind.  Die Kirche ist im gesellschaftlichen Diskurs nicht dadurch fruchtbar, dass sie möglichst das wiederholt, was andere bereits besser gesagt haben, sondern indem sie selbst etwas neues und anderes sagt.  Es ist kein Zeichen von Demut oder Diskussionsfähigkeit, wenn das Salz aufhört, salzig zu sein.

Bastian Volkamer in seinem Offenen Brief an Weihbischof Jaschke

Donnerstag, 16. August 2012

Trost der Kunst

Zwei Anlässe zum Gedenken habe ich vor einer Woche, am neunten August, genannt. Ein dritter bleibt nachzutragen: 
Der fünfzigste Todestag von Hermann Hesse.

Hesse (frühere Beiträge hier) war sicherlich ein schwieriger Mensch, der auf der Suche nach sich selbst lange Zeit vor sich selbst davongelaufen ist. Darüber hat er sich einmal auf einer Reise, in einem umbrischen Bergstädtchen, Rechenschaft gegeben*:
Wozu das?  Warum blieb ich nicht daheim bei Arbeit und Familie? Weil ich ausruhen wollte. Aber ruht man denn auf Reisen aus? Nein. Das hatte ich vorher gewusst, also war ich nicht des Ausruhens wegen gereist.
Aber vielleicht um der Kunst willen?  Das kam wohl der Wahrheit näher. ...
Langsam versuchte ich, es mir zurechtzulegen. Ich dachte an San Miniato, an die Kuppel und den Turm des Florentiner Domes und an das, was mich zu jenen Werken zurückgezogen hatte. Warum hatten sie mich beglückt? -  Weil ich bei ihrem Anblick gefühlt hatte, dass Arbeit und Hingabe eines Menschen nicht wertlos sind, dass über der bedrückenden Einsamkeit, in der jeder Mensch sein Leben hinlebt, etwas allen Gemeinsames, etwas Begehrenswertes und Köstliches vorhanden ist; dass zu allen Zeiten Hunderte einsam gelitten und gearbeitet haben, um das Sichtbarwerden dieses tröstlichen Gemeinsamen zu fördern. Wenn das, was die Künstler und ihre Gehilfen mit Hingabe und Ausdauer vor einigen hundert Jahren zustande gebracht haben, heute wie damals Tausenden gute Gedanken gibt, so ist es auch für uns alle nicht trostlos, in unserer Einsamkeit und Schwäche zu arbeiten und das Mögliche zu tun.
Diesen Trost hatte ich gesucht, nichts weiter. ...
Dass nicht jeder von uns ein großer Auserwählter ist, hat damit nichts zu tun. Auch wir Kleinen, seien wir Künstler oder nicht, freuen uns an jedem Sieg des Ewigen über das Zufällige und bedürfen jenes Trostes, um den Kampf mit dem Misstrauen gegen den Wert alles Menschlichen immer wieder aufzunehmen.

Hesse mit dem Priester von Montefalco (1906)



*Text- und Bidquelle:  Hermann Hesse: Italien.  Hrsg. Volker Michels. Frankfurt/M.  1983

Montag, 13. August 2012

Quelle des Guten

Arbeite an deinem Innern! 
Da drinnen ist eine Quelle des Guten, die niemals aufhört zu sprudeln,  wenn du nicht aufhörst nachzugraben.

Marc Aurel,  Eis heautón  VII 59

Samstag, 11. August 2012

Zeitökonomie

Der Unternehmensberater kam zu dem Ergebnis, dass sich speziell in der Liturgie viel unproduktive Zeit einsparen ließe.
 Michael Klonovsky


Donnerstag, 9. August 2012

Gedenktage

Zwei Anlässe zum Gedenken enthält das Datum des neunten August, die mir, auch infolge der Ferienpause, entgangen sind.  Aber Gott sei Dank sind ja noch andere da, die sich um so etwas kümmern.

Heute vor siebzig Jahren starb die Hl. Edith Stein, mit Ordensnamen Theresia Benedicta a Cruce, in Auschwitz den Märtyrertod. Alipius und Damasus haben sehr schön daran erinnert. 

Und auf Summorum Pontificum erinnert Unsere Liebe Frau von der Atombombe in sehr berührender und erschütternder Weise daran, dass heute vor siebenundsechzig Jahren bei der Vernichtung der japanischen Stadt Nagasaki auch etwa neuntausend katholische Brüder und Schwestern den Tod fanden.
R.I.P.


Gott mit dir, ...

... du Land der Bayern ...!

Donaudurchbruch bei Weltenburg

Soeben zurückgekehrt von einem knapp zweiwöchigen Ferien-Trip durch den oberbayrischen Chiemgau und die niederbayrische Donau-Altmühl-Region, habe ich  gewisse Schwierigkeiten, in den Alltag im allgemeinen und das Bloggen im besonderen zurückzufinden  -  ganz zu schweigen vom Schulbetrieb, der kommenden Montag wieder beginnt ...
Da ist es wohl am einfachsten, wenn ich erst einmal die Highlights dieser Bayern-Tour in loser Folge vorstelle  -  ab morgen oder so ...

À propos: Wie ich gerade entdeckt habe, stehe ich in der Blogoezese als bekennender Fan des Landes der Bayern nicht alleine da!


Montag, 23. Juli 2012

Patronus Europae



An den Heiligen Benedikt, den Schutzpatron Europas, wurde  auf diesem Blog bereits mehrfach erinnert, zuletzt anlässlich der Mitte Mai dieses Jahres, also etwa zeitgleich mit dem Katholikentag, erfolgten Eröffnung der Mannheimer Benedikt-Ausstellung, die bis zum Januar 2013 läuft.

In einem Flyer zu dieser Ausstellung findet sich der folgende irrwitzige Satz:
  
Einen neuen Aufbruch wagen!  -  Unter diesem Leitwort setzt der 98. Deutsche Katholikentag in Mannheim ein Zeichen, um Benedikts Vorbild zu folgen.
Gut.  Werfen wir einen Blick in das fünfte Kapitel der Regula Benedicti *.
Der erste Schritt zur Demut ist Gehorsam ohne Zögern.  Er ist die Haltung derer, denen die Liebe zu Christus über alles geht.  ...
So drängt sie die Liebe, zum ewigen Leben voranzuschreiten.  Deshalb schlagen sie entschlossen den engen Weg ein, von dem der Herr sagt: "Eng ist der Weg, der zum Leben führt."   Sie leben nicht nach eigenem Gutdünken, gehorchen nicht ihren Gelüsten und Begierden, sondern gehen ihren Weg nach der Entscheidung und dem Befehl eines anderen.  ...
Ohne Zweifel folgen sie auf diesem Weg dem Herrn nach, der sagt: "Ich bin  nicht gekommen, meinen Willen zu tun, sondern den Willen dessen, der mich gesandt hat."
 Interessantes Programm für den deutschen Sowjet-Katholizismus!



Zum ersten Mal bin ich persönlich dem Mönchsvater des Abendlandes vor über dreißig Jahren begegnet, und zwar an einem der schönsten Plätze unseres Landes:


Kloster Weltenburg an der Donau.

An einen solchen Ort kehrt man immer wieder zurück, und so freue ich mich unbändig darauf, in den nächsten beiden Ferienwochen Bayern und Weltenburg einmal wiederzusehen.

Die nächsten Einträge auf diesem Blog gibt's also nicht vor der zweiten August-Woche.

 
Bis dahin.
 
 
Servus!




* Die Regel des Hl. Benedikt, hrsg. im Auftrag der Salzburger Äbtekonferenz. Beuron, 4. Aufl. 1990










Samstag, 21. Juli 2012

Freude aus der Tat

Darin suche deine ganze Freude und Befriedigung, immer Gottes eingedenk von einer gemeinnützigen Tat zu einer anderen fortzuschreiten.

Marc Aurel, Eis heautón VI 7


Donnerstag, 19. Juli 2012

Ein deutsches Priesterleben



"Scheipers ist ein fanatischer Verfechter der katholischen Kirche und deswegen geeignet, Unruhe in die Bevölkerung zu tragen."


Hermann Scheipers, gebürtig aus Ochtrup im westfälischen Münsterland, wurde als Priester der Diözese Meißen im Jahr 1940,  mit obenstehender Begründung,  verhaftet und blieb über vier Jahre lang im Konzentrationslager Dachau interniert, bevor ihm bei der Evakuierung des KZ eine abenteuerliche Flucht gelang.
Zunächst kehrte er in seine Heimat zurück  -  um bereits 1946  in seinem früheren Bistum, in der sächsischen Diaspora, unbeirrt seinen priesterlichen Dienst wieder aufzunehmen  -  unter der zweiten deutschen Diktatur!
Ein Priesterleben, das in Deutschland wohl ohne Beispiel ist.

Am kommenden Dienstag wird Prälat Hermann Scheipers in seiner westfälischen Heimat seinen neunundneunzigsten Geburtstag und zwei Wochen später sein fünfundsiebzigstes Priesterjubiläum feiern.

Von Herzen Gottes Segen,  Hochwürden !


Den autobiographischen Lebensbericht kann ich aus eigener Anschauung sehr empfehlen:
Hermann Scheipers:   Gratwanderungen. Priester unter zwei Diktaturen.   Benno-Verlag, Leipzig  1997