Freitag, 12. Oktober 2012

Aggiornamento

Herr Dirk Tänzler, in die Jahre gekommener Berufsjugendlicher an der Spitze des Bundes der Deutschen Katholischen Jugend, hat sich zum Konzilsjubiläum in einer Weise geäußert, die nahelegt, dass er die Konzilsdokumente, auf die er sich beruft, nicht wirklich zur Kenntnis genommen haben kann, oder, falls doch, sie nicht verstanden hat oder nicht verstehen will. 

Vielleicht sollte er dafür wenigstens sich diesen leichtverständlichen, aber wohlfundierten kath.net-Beitrag  von Michael Gurtner zu Gemüte führen, in dem der Autor den von Papst Johannes XXIII. gebrauchten Begriff aggiornamento, den alle Konzils-"Geist"-Getriebenen gerne zitieren, ausführlich unter die philologische Lupe nimmt und, vom italienischen Sprachgebrauch ausgehend, darlegt, dass dieser sich gegen jede Verdeutschung sträubende Ausdruck 
als Kampfparole gegen Kirche, Tradition und Lehramt instrumentalisiert wurde, obwohl er eigentlich etwas ganz anderes bezeichnet.
Zu diesem nunmehr seit einem halben Jahrhundert virulenten Thema meinte Robert Spaemann höchst pointiert:
Der längere Aufenthalt in einer katholischen Buchhandlung ermutigt nicht, mit dem Psalmisten zu beten: "Du hast mir die Wege des Lebens bekanntgemacht." Man hat dort inzwischen gelernt, dass Jesus keineswegs Wasser in Wein verwandelt hat, dafür allerdings Einblicke in die Kunst gewonnen, Wein in Wasser zu verwandeln. Diese neue Magie trägt den Namen "Aggiornamento".






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