Mittwoch, 23. Oktober 2013

"Ohne Zweifel: Kardinal Bergoglio"

Als ich Dich auf dem Balkon ohne Mozetta sah und Du das Protokoll für den ersten Gruß und den lateinischen Text missachtet hast,  um Dich dadurch lächelnd von den anderen Päpsten der Geschichte zu unterscheiden, sagte ich besorgt zu mir selbst: "Ja, ohne Zweifel: das ist Kardinal Bergoglio".
Dieser Wiedererkennungs-Effekt stellte sich, nach langjähriger persönlicher Bekanntschaft mit dem Angeredeten,  bei der mexikanischen Katholikin Lucrecia Rego de Planas am Abend des 13. März 2013 ein, als der neugewählte Papst Franziskus sich auf der Loggia von St. Peter zeigte.
Sie schrieb dem Papst, wie Katholisches.info berichtet, ...
... am 23. September einen ganz persönlichen und langen Brief.  Darin klagt sie ihm ihr ganzes Leid über sein Pontifikat und die Art, wie er das Petrusamt ausfüllt.  Ein dramatisches Zeitdokument, das den Schreiben der Heiligen Hildegard von Bingen oder Katharina von Siena an Bedeutung um nichts nachsteht.
(unter obigem Link der volle Wortlaut des Briefes in deutscher Sprache)

Und in der Tat:  überaus beeindruckend, wie Lucrecia Rego de Planas in schonungsloser Offenheit mit den Schwächen des Hl. Vaters abrechnet und zugleich nicht den geringsten Zweifel offenlässt, dass sie dies nur aus tiefer Sorge und Liebe zur Hl. Kirche und zum Petrusamt tut.

Absolut lesenswert !!



Kommentare:

  1. Ein Glück, dass noch andere außer mir aus diesem wichtigen Brief zitieren. Er berichtet mehr über den Papst als alle Pseudo-Biographen zusammen. Vielen Dank! Dennoch stellt sic die Frage: wohin, Papst Franziskus?

    AntwortenLöschen
  2. Mir hat der Brief gefallen. Die Briefe von Hildegard und Katharina zu solch einem Thema kenne ich nicht. Muss mal nachforschen. Aber darum geht es ja auch nicht. Wie Du sagst ist er ja freundschaftlich und sorgenvoll geschrieben.
    Nachdem ich lang drüber nachgedacht habe, bin ich für mich zu dem Schluss gekommen, dass der Heilige Geist Gottes seine eigenen Wege hat, die wir vielleicht erst später verstehen. Vielleicht führt Papst Franziskus die Kirche tatsächlich auf einen anderen Weg, auf eine Weise, die wir jetzt nicht erkennen - und schon gar nicht die Massenmedien. Ich muss mich immer daran erinnern, dass man dafür beten muss. Liebe Grüße an die Füchse übrigens!

    AntwortenLöschen
  3. Liebe Meckiheidi,
    danke, ich werde die Füchse grüßen!

    "... auf einen anderen Weg ..." ?
    Mir scheint eher, dass der Papst, indem er "von allen geliebt werden will", Gefahr läuft, seinen Auftrag zu vernachlässigen: "Weide meine Schafe!" (Joh 21,17) - "Stärke deine Brüder!" (Lk 22,32) Es braucht wohl tatsächlich eine neue Hildegard oder Caterina, die ihm "die Leviten liest"!
    Aber Beten ist auf keinen Fall ein Fehler - da hast Du recht!

    AntwortenLöschen
  4. Lieber Severus, ich konnte noch nicht viel dazu finden. Wie haben Hildegard und Katharina damals geschrieben und gehandelt? kannst Du mir dazu eine Stelle nennen, die ich nachlesen kann? Interessiert mich wirklich sehr.

    AntwortenLöschen
    Antworten
    1. (Antwort per Email - bitte um Rückmeldung!)

      Löschen