Montag, 8. April 2013

Maria aus Magdala (3)

von Erhart Kästner

[HIER Erster und Zweiter Teil]


Man kann den Glanz dieses Augenblicks, diesen Ausbruch von Glauben nur recht ermessen, wenn man ihn mit den andern Glaubensmomenten der Auferstehung vergleicht.  Sie betreffen Johannes und Thomas.  Maria aus Magdala hat, das Grab leer findend, den Petrus und den Johannes aus der Stadt hergeholt.  Johannes, schneller laufend als Petrus, ist als erster zur Stelle.  Er bückt sich, sieht die Leinenbinden daliegen, das Schweißtuch liegt extra.  Aber er geht nicht hinein.  Jetzt kommt Petrus an, geht ohne Umstand hinein, sieht alles, merkt nichts, es nimmt ihn bloß "wunder, wie alles zuginge, und er geht wieder fort".  Jetzt geht auch Johannes hinein.  Und nun heißt es: "... und sah und glaubte."  Woraufhin glaubt er?  Auf Zeichen.  Auf Orakel, auf Bilder, auf Zeichen, die von oben in unsere Sinnenwelt fallen;  immerhin, aber mehr kann diese Welt, mehr kann diese Zeit nicht für uns tun.


[Vierter Teil folgt] 





 

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