Dienstag, 9. April 2013

Maria aus Magdala (4)

von Erhart Kästner


[HIER Erster, Zweiter und Dritter Teil]


Erhart Kästner
Wenige Verse darauf folgt die Geschichte von Thomas.  Der kann erst glauben, als er den Auferstandenen begriffen hat, mit dem Finger in die Wunden der Hände und in die Wunde der Seite.  Der erste christliche Denker, der erste Theologe ist er.  Er braucht die Begriffe.
So ist es, das Denken:  mit dem Finger auf das Unberührbare greifen, auf das Unerhörte mit dem Allerungehörigsten deuten, und, wenn es schlimm ist, zu langen.
Der Maria aus Magdala aber, die nicht denkt, wird die Gnade des Anrufs zuteil.  Zu ihr sagt Christus:  "Noli me tangere, me mu haptu.  Begreife mich nicht."



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